Das große Angebot in Deutschland drückt die Preise in den Nachbarländern.
-- , Foto: LWK Niedersachsen
Das große Angebot in Deutschland drückt die Preise in den Nachbarländern.
Der Preissturz für Schlachtschweine in Deutschland setzt die Erzeugerpreise in ganz Europa unter Druck. Die negative Tendenz führt in der Landwirtschaft zu einer deutlich höheren Abgabebereitschaft. Mäster geben ihre Tiere vorzeitig zu Schlachtung, weil sie für die nahe Zukunft weiter fallende Preise fürchten. Wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mitteilte, wurden in der Woche zum 2. Oktober erstmals seit Monaten wieder mehr als eine Million Schweine geschlachtet.

Margen der Schlachter haben sich verbessert

Nach Einschätzung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) hat der Rückgang des Schweinepreises um insgesamt zwölf Cent in zwei Wochen zu einer Verbesserung der Margensituation bei den Schlachtbetrieben geführt, da die Preise im Fleischverkauf nicht so stark gesunken seien.

Nachbarländer spüren deutschen Einfluss

Der starke Rückgang der Schlachtschweinepreise in Deutschland hat nach Angaben des französischen Marché du Porc Breton (MPB) „die anderen Märkte in der EU nicht unbeeinflusst gelassen“ und eine Kettenreaktion ausgelöst. In Frankreich präsentierte sich der Lebendmarkt laut MPB zwar recht ausgeglichen, doch ging aufgrund der Entwicklung im Nachbarland die Leitnotierung für Schlachtschweine in der Bretagne am vergangenen Donnerstag um 4,4 Cent auf einen Basispreis von 1,469 Euro je Kilo SG zurück.

Mäster in Österreich verunsichert

Der Verband der landwirtschaftlichen Veredlungsproduzenten (VLV) in Österreich sprach von einer „Druckwelle“, die von Deutschland aufgrund des dort preiswerter angebotenen Schweinefleisches ausgehe. In der Alpenrepublik nahm das Schlachtschweineangebot der „verunsicherten Mäster“ laut VLV um acht Prozent gegenüber der Vorwoche zu; die nationale Leitnotierung gab daraufhin um sechs Cent auf 1,58 Euro je kg SG nach.

Schlachtgewichte in Spanien steigen

Kaum besser sah es in Belgien aus, wo die Danis-Gruppe einen Rückgang ihrer Notierung um fünf Cent kg Lebendgewicht (LG) meldete. In Spanien stiegen mit den kühleren Temperaturen die Schlachtgewichte und zusätzlich belastete diese Woche der feiertagsbedingte Ausfall eines Schlachttages dort die Vermarktung. Die nationale Notierung am Mercolleida wurde am vergangenen Donnerstag um 3,8 Cent auf 1,262 Euro je Kilo LG zurückgenommen.

Knappes Angebot in Italien

In Dänemark kürzte Danish Crown seine Auszahlungsleistung für die Mäster die dritte Woche in Folge, und zwar in diesen Wochen um jeweils umgerechnet 2,7 Cent je kg SG. Nur Italien bildete in der vergangenen Woche eine Ausnahme; die Schlachtschweinenotierung blieb dort wegen des knappen Angebots stabil. (az)
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