Märkte am Morgen: Getreide

Notierungen rudern zurück

Weizen: Mit dem Druck aus Übersee gerieten die Weizennotierungen an der Matif erneut den roten Bereich. Die schwache Stimmung wurde durch technische Kursverluste von 5 €/t für den am Wochenanfang auslaufenden Januar-Kontrakt verstärkt. Der März gab 3,50 €/t nach und verlor bei einem Schlusskurs von 196,75 €/t die Unterstützung der 200-Euro Linie.
 
In Chicago notierte Weizen 12,4 Cent/bushel schwächer. Der März hat in den beiden vorangegangenen Handelstagen 9 US-$/t verloren. Technischer Preisdruck aufgrund von Verkäufen der Fonds im Rahmen des Rebalancing, die Aussicht auf steigende Temperaturen in der kommenden Woche in den Plains und vor allem der feste US-Dollarkurs drückten auf die Kurse. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 151.000 t Weizen waren zudem mehr als dürftig und zeugen von mangelnder Wettbewerbsfähigkeit des US-Weizens.
 
Auch in der EU fielen die wöchentlichen Lizenznahmen für Weichweizen mit 196.000 t in der ersten Januarwoche aufgrund der Feiertage kleiner als üblich aus. Dennoch bleibt europäischer Weizen im internationalen Geschäft gefragt, denn Ägypten hat 180.000 t Weizen in Frankreich gekauft. Der Durchschnittspreis soll unter 250 US-$/t fob gelegen haben. Offerten aus Russland und den USA fehlten. Algerien hat einem Agentur-Bericht zufolge in der vergangenen Woche mit 900.000 t weitaus mehr Weizen in die Bücher genommen, als zunächst geschätzt. Über die genauen Herkünfte ist nicht bekannt, es wird jedoch vermutet, dass im Tender ein größerer Anteil an deutschem Weizen sein soll.
 
Die Weizenernte in Argentinien fällt etwas kleiner als zuletzt erwartet aus. Die Getreidebörse in Buenos Aires schätzt die Ernte nun auf 11,2 Mio. t und hat ihre vorangegangen Prognose aufgrund schwacher Weizenerträge um 300.000 t nach unten korrigiert. Dennoch fällt die argentinische Weizenernte mit einem Plus von knapp 11 Prozent weitaus besser als im Vorjahr aus.
 
Mais: Die Stimmung für Mais war erneut schwach, auch wenn die Kurse in Chicago nur moderat nachgaben. Der Anstieg der Ethanolbestände in den USA, ein fester Dollar und technische Verkäufer der Fonds im Rahmen ihres Rebalancing drückten auf dem Markt. Hinzu kamen die niedrigsten wöchentlichen Exportzahlen von nur rund 388.000 t Mais in dieser Kampagne. Der Pflanzenschutz- und Saatgutkonzern Monsanto berichtet von einem signifikanten Rückgang der Saatgutverkäufe für Mais sowohl in Nordamerika, als auch in Südamerika.
 
An der Matif schließt Mais mit gedrückten Weizenkursen ebenfalls schwächer. Die Notizverluste bleiben mit ein Minus von 1,25 €/t für März überschaubar. Die Lizenzziehungen für Maisimporte haben sich in der EU in diesem Wirtschaftsjahr auf 4,1 Mio. t summiert. In der laufenden Berichtswoche wurden neue Importlizenzen von 213.000 t Mais gezogen. (St)  
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