Märkte am Morgen: Getreide

Notierungen wieder unter Druck

Weizen: Die gedrückten Chicagoer Weizennotierungen belasteten auch den europäischen Markt. Der September verlor an der Matif 2,75 €/t, der Dezember fiel nach einem Minus von 1,75 €/t auf gut 167 €/t. Der schwächere Euro und die ansehnlichen Exportzahlen der EU konnten wenig entgegensetzen. Heute Morgen notiert der Euro ähnlich wie am Vortag bei 1,12 US-Dollar. Am Hamburger Markt waren die Weizenpreise mit einem Abschlag von 8,00 bzw. 9,00 €/t auf Matif-Dezember unverändert.
 
In Chicago verloren die Weizenfutures bis zu 11,2 Cent/bushel. Der Juli fiel auf 4,69 US-$/bushel zurück. Der festere US-Dollarkurs und schwächere Maisnotierungen belasteten, obwohl die wöchentlichen US-Exportzahlen mit 790.000 t Weizen besser als erwartet hereinkamen. Davon entfallen aber nur noch 175.000 t auf die alte Ernte.
 
Die Weizenexporte aus der EU laufen auf Hochtouren. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen von 928.000 t Weichweizen gezogen. Sie summierten sich damit auf 27,5 Mio. t und liegen nur noch 1 Mio. t hinter den Rekordzahlen des Vorjahres zurück. Allein Deutschland wurden in diesem Wirtschaftsjahr knapp 6,4 Mio. t Exportlizenzen für Weichweizen genommen. Diese Zahl ist zwar nicht identisch mit den tatsächlichen Ausfuhren, aber der deutsche Weizenexport hat sich wesentlich besser entwickelt, als noch vor Monatsfrist angenommen.
 
Strategie Grains korrigiert die Schätzung der kommenden EU-Weichweizenernte um 1,9 Mio. t auf 146,7 Mio. t nach oben. Die französischen Analysten konstatieren sehr gute Weizenbestände in Frankreich, Deutschland, Rumänien aber auch in Spanien. Für Deutschland erwarten sie eine Weizenernte von 26,6 Mio. t und liegen 1,4 Mio. t über der Schätzung des deutschen Raiffeisenverbandes. Aufgrund guter Exportaussichten von 30,6 Mio. t der EU für die neue Kampagne könnten sich die europäischen Weizenbestände zum Ende der kommenden Saison um 2,8 Mio. t auf 11,9 Mio. t reduzieren, so Strategie Grains.
 
In Argentinien bestätigt die Regierung die Erwartungen an eine größere Weizenanbaufläche. Sie bleibt zwar etwas unter anderen Schätzungen zurück, rechnet aber immer noch einer Plus von 21 Prozent bei der künftigen Weizenfläche.  
 
Mais: Die Chicagoer Kurse gaben mit einem festen Dollar und Liquidationen der Fonds  nach. Der Juli verlor 9,4 Cent/bushel und schloss mit 3,90 US-$/buschel. Die  guten Wetteraussichten im Mittleren Westen drückten, zumal die Maisaussaat in der kommenden Woche größtenteils abgeschlossen werden könnte. Die ansehnlichen wöchentlichen US-Exportanzahlen von 2 Mio. t Mais für die alte und neue Ernte konnten die schwache Sitzung nicht drehen.
 
Mais/Gerste: An der Matif schwächten sich die Maisnotierungen erneut etwas ab. Der Juni verlor 1,25 €/t und fiel auf gut 165 €/t. Die Maisimporte der EU bleiben stetig. In  dieser Woche wurden 293.000 t neue Importlizenzen genommen. Strategie Grains geht in seinem neuen Report von einer europäischen Maisernte von 62,7 Mio. t in diesem Jahr und einem Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus.
 
Der Gerstenexport aus der EU läuft trotz des weit fortgeschrittenen Wirtschaftsjahres noch stetig. Es wurden 173.000 t neue Ausfuhr-Lizenzen genommen, die sich damit auf 9,1 Mio. t summiert haben. (St) 
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