Märkte am Mittag

Nur wenige Umsätze in Bayern

Vor diesem Hintergrund setzt sich die ruhige Marktlage fort. Der Erfassungshandel sowie die Landwirte spekulieren auf steigende Weizenpreise. Dazu haben auch die zeitweise gestiegenen Kurse an der Matif beigetragen. Etliche Erfassungshändler haben offensichtlich aus heutiger Sicht Weizen zu teuer bei den Erzeugern eingekauft. Landwirte wiederum ärgern sich, dass sie nicht zu einem früheren Zeitpunkt einen größeren Teil ihrer Ware verkauft haben. Im vergangenen Frühjahr wurden teilweise den Bauern Vorverkaufspreise von 200 €/t netto genannt. Aktuell wird A-Weizen an der Bayerischen Warenbörse mit 173 bis 176 €/t frachfrei südbayerischer Empfangsstation notiert. Für Oktober/Dezember werden 174 bis 177 genannt. B-Weizen wird mit 165 bis 170 € und für Oktober/Dezember mit 168 bis 175 €/t franko bewertet. Die Mühlen zeigen sich in aller Regel bis zum Jahresende gut versorgt. Man ist nur an besonders preiswerten Offerten interessiert, heißt es.

Aufgrund der guten Getreideernte in der EU und der Überhänge aus der Vorjahresernte sehen Marktbeobachter derzeit nur wenig Spielraum für höhere Weizenpreise. Deshalb sehen die Verarbeiter auch keinen Grund sich höhere Forderungen anzusehen. Preisdämpfend wirken zudem die sehr begrenzten Exportmöglichkeiten in Drittländer. Lieferungen aus Süddeutschland nach Italien scheitern häufig an den wettbewerbsfähigeren Offerten aus Ungarn, Tschechien und Österreich, aber auch an der schwierigen Liquiditätslage potentieller italienischer Abnehmer. (HH)
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