Der Index legte gegenüber dem Juli um 3 Punkte oder 1,9 Prozent auf durchschnittlich 165,6 Punkte zu. Preistreiber waren vor allem Käse und Palmöl, während für Weizen und Mais weniger erlöst wurde, teilte die Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) mit. Im Jahresvergleich liegt der aktuelle FAO-Index, der auf monatlichen Preisänderungen eines Korbes international gehandelter Agrarrohstoffe basiert, um 7 höher höher.

Erntedruck sorgt für fallende Getreidepreise

Für Getreide ist der FAO-Preisindex im August um 4,5 Punkte oder 3 Prozent auf durchschnittlich 143,6 Punkte im Vergleich zum Juli beziehungsweise 7,4 Prozent unter das Vorjahresniveau abgerutscht. Der saisonale Erntedruck in Kombination mit dem Abschluss der Weizenernte in der nördlichen Hemisphäre haben zu den niedrigeren Notierungen geführt, analysiert die FAO. Auch die Preise für Mais seien aufgrund ausnehmend guter Ernteaussichten in den USA unter Druck geraten. Ausreichende Weizenmengen mit niedrigeren Qualitäten könnten zudem mit Mais in der Verwendung als Tierfutter konkurrieren.

Trendwende beim Pflanzenöl

Der FAO-Pflanzenöl-Preisindex hat im August mit einer Steigerung um 11,7 Punkte oder 7,4 Prozent im Mittel 169,1 Punkte gegenüber Juli erreicht. Die Preisrückgänge in den drei Monaten davor, wurden damit wieder aufgehoben. Ausgelöst haben den Aufschwung in erster Linie höhere Palmölnotierungen, basierend auf einer geringeren Ernte in Malaysia, anhaltend weltweiten knappen Vorräten sowie einer steigenden Importnachfrage in einigen wichtigen Importländern, insbesondere in China, Indien und der EU, teilt die UN-Organisation mit. Die internationalen Preise für Rapsöl hätten sich hinsichtlich niedrigerer Ernteschätzungen in der EU gefestigt.

Stimmung am Milchmarkt schlägt um

Aufwärts ging es auch bei Milch und Molkereiprodukten. Der FAO-Preisindex für diese Warengruppe hat im August 12,3 Punkte oder 8,6 Prozent auf durchschnittlich 154,6 Punkte im Vergleich zum Vormonat zugelegt. Im Jahresvergleich ist das ein Plus von rund 14 Prozent. Die Preise stiegen für alle in der Indexbewertung berücksichtigten Produkte, insbesondere aber für Käse, Vollmilchpulver und Butter. Die FAO führt die jüngste Steigerung auf eine „spürbare Veränderung in der Marktstimmung" zurück. Nach einer verringerten Milchproduktion in der EU und einem unaufgeregten Start in ein neues Milchjahr in Ozeanien seien die Exportaussichten knapper ausgefallen als bisher angenommen. Nur die Notierungen für Magermilchpulver zeigten aufgrund großer EU-Interventionsbestände nach unten.

Fleischpreise liegen unter Vorjahresniveau

Der FAO-Fleischpreisindex erreichte im Mittel 162,2 Punkte, das sind 0,5 Punkte oder 0,3 Prozent über dem revidierten Wert vom Juli aber 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Während für Schaf-, Schweine- und Geflügelfleisch höhere Erlöse erzielt wurden, gingen jene für Rindfleisch zurück. Preisunterstützend wirkten laut FAO begrenzte Lieferungen von Schweinefleisch aus der EU und Schaffleisch aus Ozeanien sowie eine stabile internationale Nachfrage, insbesondere aus Asien, nach Geflügelfleisch. Die Rindfleischproduktion in den USA habe sich mittlerweile erholt, weshalb der Bedarf aus externen Versorgungsquellen rückläufig und die Notierungen etwas niedriger seien.

Feste Tendenz am Zuckermarkt hält an

Die weltweiten Preise für den Agrarrohstoff Zucker haben im August den höchsten Stand seit Oktober 2012 erreicht. Der FAO-Index ist um 6,9 Punkte oder 2,5 Prozent auf durchschnittlich 285,6 Punkte im Vergleich zu Juli geklettert und liegt damit 75 Prozent über dem Vorjahresniveau. Den Anstieg erklärt die FAO im Wesentlichen mit der kontinuierlich erstarkten brasilianischen Währung (Real), die im August um weitere 2 Prozent gegenüber dem US-Dollar zulegt hat. Auch die deutlich gedämpften Ernteerwartungen auf den globalen Märkten sowie aller Voraussicht nach geringere Vorräte in Asien hätten die Steigerungen bei den internationalen Zuckernotierungen bewirkt. (AIZ)
stats