Ernteschätzung

Polen erntet weniger Weizen

Die polnische Getreideernte 2015 wird kleiner als im Vorjahr. Den Rückgang für die Grundgetreidearten ohne Mais schätzt das Agrarstatistikamt in Warschau in seiner ersten Schätzung auf 3 bis 5 Prozent. Insgesamt könnte die diesjährige Getreideernte (ohne Mais) 25,9 bis 26,6 Mio. t bringen. Als Grund für die Ernteeinbußen nennen die Agrarfachleute im Statistikamt vor allem die Trockenheit im Mai, die oft die Wasserreserven der Böden erschöpft hat. Nach Landesteilen und Getreidearten waren die Auswirkungen aber sehr unterschiedlich.

Weniger Weizen – mehr Roggen

Hoch sind die Einbußen der Erträge von Winterweizen, allerdings auch deswegen, weil die Messlatte aus dem Vorjahr hoch liegt. Höher ist das Angebot an Sommerweizen, der auf größerer Fläche wächst. Zusammen schätzt das Statistikamt die polnische Weizenernte auf 10,6 bis 10,8 Mio. t. Das wären 10 bis 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Um 7 bis 11 Prozent höher als 2014 soll dagegen in diesem Jahr die Roggenernte ausfallen. Grund ist vor allem eine größere Anbaufläche, die 3,0 bis 3,1 Mio. t Roggen bringen könnte. Auch die Ernte von Sommergerste soll um 7 bis 10 Prozent auf 2,4 bis 2,5 Mio. t anwachsen.

Körnermais gibt den Ausschlag

Die Höhe der gesamten polnischen Getreideernte, die 2014 einen Rekordwert von 31,3 Mio. t erreicht hat, hängt jetzt von der Entwicklung bei Körnermais ab. Im Vorjahr sind rund 4,2 Mio. t gedroschen worden. In diesem Jahr soll die Fläche eingeschränkt worden sein, und geringere Erträge zeichnen sich ebenfalls bereits ab.

Geringere Rapserträge auf kleinerer Fläche

Deutliche Einbußen von 21 Prozent erwartet das Statistikamt für die Rapsernte 2015. Die jetzige Schätzung erreicht nur 2,6 Mio. t. Hier trifft eine Flächeneinschränkung um 13 Prozent mit deutlich niedrigeren Erträgen zusammen. (db)
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