Getreidebilanz

Polen exportiert Rekordmengen

In Polen steht wieder eine reichliche Ernte an. Nach Schätzung des nationalen Getreideerzeugerverbandes KFPZ kann die diesjährige Getreideernte 28,3 Mio. t erreichen. Das agrarökonomische Institut IERiGEZ rechnet mit 28,5 Mio. t. Die traditionell optimistischere Wirtschaftkammer für Getreide und Futtermittel geht sogar von mehr als 29,0 Mio. t aus. Fallen die Ergebnisse in die genannte Spanne, wäre es in Polen die dritte überdurchschnittliche Getreideernte in Folge. Das Vorjahr 2013 hatte mit 28,4 Mio. t etwa 6 Prozent mehr als im mehrjährigen Durchschnitt gebracht.

Roggen praktisch ausverkauft

Nach den Bilanzen des IERiGEZ startet das Wirtschaftsjahr 2014/15 in Polen mit sehr niedrigen Getreidevorräten von 1,5 bis 1,6 Mio. t. Roggen aus der Vorjahresernte ist praktisch ausverkauft. Als Grund nennt das Institut hohe Exporte, unter anderem nach Deutschland. Insgesamt könnte Polen im Wirtschaftsjahr 2013/14 bis zu 4,0 Mio. t Getreide exportiert haben.

Weizen nach Nordafrika

Bereits im Kalenderjahr 2013 haben die polnischen Getreideexporte 3,8 Mio. t und damit 40 Prozent mehr als im Vorjahr erreicht. Wichtigstes Abnehmerland war nach den Statistiken des Warschauer Landwirtschaftsministeriums mit fast 1,7 Mio. t Getreide Deutschland. Es handelte sich vorwiegend um Weizen, Roggen und Mais. Bei Weizen nennt das Ministerium außerdem umfangreiche Lieferungen in die Drittländer Saudi Arabien und Algerien sowie kleinere Mengen, die nach Ägypten, Marokko und in den Iran gegangen sind. Auch in diesem Jahr sind die polnischen Exporte rege. Das Ministerium hat bisher die Zahlen Januar bis April 2014 veröffentlicht. Danach sind die polnischen Getreideexporte mit 1,7 Mio. t doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum.

Verband fordert weniger Bürokratie

Nach Einschätzung des Getreideerzeugerverbandes könnte der Export auch in der neuen Saison lebhaft sein. Er fordert jedoch die Verantwortlichen  auf, die Hafeninfrastruktur in Polen zu verbessern. Der Bau eines modernen Getreideterminals mit neuen Lagerhallen sei erforderlich. Vor allem aber müssten die bürokratischen Formalitäten vereinfacht werden, fordert der KFPZ. Sie dauern nach dem Urteil des Verbandes zu lange und verteuern so die Kosten für die Exporteure. (db)
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