Auf Rekordkurs

Polens Getreide gefragt


Alle bisherigen Statistiken deuten darauf hin, dass Polen die hohen Exporte der Vorsaison in diesem Wirtschaftsjahr toppen wird. Die offiziellen Zahlen der Agrarmarktagentur ARR in Warschau von Juli bis November 2014 weisen aus, dass es in der Periode mit 1,9 Mio. t bereits 3 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum waren. Davon sind 51 Prozent nach Deutschland abgeflossen. Hier waren neben Weizen auch größere Mengen Roggen dabei.

Wachstumspfad
Polen entwickelt sich zu einem wichtigen Getreideexportland. Waren es früher jährlich 1,5 bis 2,5 Mio. t, sind im Wirtschaftsjahr 2013/14 etwa 4,0 Mio. t polnisches Getreide in andere EU-Länder und in Drittländer verkauft worden. Die Erwartungen in dieser Saison sind noch höher, weil Polen 2014 mit rund 31,9 Mio. t Getreide eine Rekordernte eingefahren hat. (db)
Als bedeutende Drittlandsmärkte für polnischen Weizen nennt die ARR Saudi Arabien und Algerien. Die hohen Exporte in Drittländer spiegeln auch die Exportlizenzen, die bei der EU-Kommission beantragt werden. Bis Mitte Januar sind aus Polen Weizenlizenzen für rund 760.000 t registriert.

Die dynamischen Weizenexporte werden sich in jedem Fall bis zum Ende des 1. Quartals fortsetzen, schätzt die Wirtschaftkammer für Getreide und Futtermittel in Warschau. Im Januar werden voraussichtlich wieder 250.000 bis 300.000 t über die Ostseehäfen verschifft werden. Tiefer in die Tasche greifen müssen jetzt jedoch die Getreideverarbeiter, die nach den Feiertagen ihre Bestände aufstocken möchten.

Die Kammer berichtet von einer stärkeren Nachfrage insbesondere der Mischfutterhersteller, die jetzt vor allem mit höheren Futterweizenpreisen als noch im Dezember konfrontiert sind. Den Preisanstieg beziffert die Kammer auf 10 bis 20 Zloty/t, also umgerechnet etwa 2,30 bis 4,60 €/t. Das Agrarministerium in Warschau hat im Dezember sogar einen Preisanstieg von umgerechnet etwa 6,90 €/t registriert.

Getreideimporte gibt es dagegen kaum, berichtet die Kammer weiter. Mais aus der Ukraine sei zurzeit kein Thema. Wenn Mais eingeführt wird, stammt er überwiegend aus der Slowakei. (db)
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