Flächenschätzung

Polens Landwirte fürchten harten Winter

Polnische Landwirte haben zur Ernte 2017 auf etwa 4,3 Mio. ha Wintergetreide sowie auf rund 800.000 ha Raps ausgesät, berichtet das Statistikamt in Warschau. Die wichtigste Getreidekultur ist Winterweizen mit rund 1,9 Mio. ha. Platz 2 hat sich Triticale mit 1,2 Mio. ha erobert, gefolgt von Roggen mit 0,9 Mio. ha. Wintergerste hat in Polen wegen der strengen Winter nur eine untergeordnete Bedeutung. Einige Flächen werden auch mit Gemengen bestellt, die sich nicht eindeutig den Kulturen zuordnen lassen.

Hohe Getreideernte trotz Auswinterungen

Die im Herbst bestellten Flächen sind etwas kleiner als im Vorjahr, doch ein direkter Vergleich sagt wenig aus. Denn umfangreiche Felder mit Winterweizen und Winterraps, die vor genau einem Jahr noch standen, wurden kurz danach von einem plötzlichen Frosteinbruch getroffen. Die damalige Kältewelle erfasste von Silvester bis Anfang Januar 2016 weite Teile Polens und des Baltikums, aber auch Regionen ganz im Nordosten Deutschlands. In Polen sind daraufhin große Getreideflächen mit Sommergetreide nachgesät worden. Die Erntemenge hat dies wenig beeinträchtigt. Das Warschauer Statistikamt taxiert jetzt die polnische Getreideernte 2016 auf 30,1 Mio. t. Das sind 8 Prozent mehr als im Vorjahr, das auch kein niedriges Ergebnis gebracht hatte. Lediglich die Rapsernte 2016 ist dürftig. Polen hat 2016 nur etwa 2,2 Mio. t geerntet. Hier beträgt der Rückgang zum Vorjahr 20 Prozent.

Weit entwickelte Pflanzen

Zurzeit sind die Feldbestände mit Wintergetreide und Winterraps vegetativ recht gut entwickelt, berichtet das Warschauer Statistikamt weiter. Doch wie vor einem Jahr sind auch im Dezember 2016 vielerorts die Pflanzen nicht winterhart. Der EU-Prognosedienst MARS hatte zu Wochenbeginn vor entsprechenden Auswinterungsrisiken in Europa gewarnt, wenn es zu einem plötzlichen Frosteinbruch kommt. In Polen sind mit Ausnahme einiger Regionen im Osten bisher alle Ackerbaugebiete gefährdet. (db)
stats