Bestandsabbau

Polens Schweinehalter resignieren

Rund 10,6 Millionen Schweine hat die Statistikbehörde in Warschau zum Zähltermin Dezember 2015 ermittelt. Im Vergleich zum gleichen Monat im Jahr zuvor beträgt der Rückgang 6,0 Prozent. Damit ist die leichte Erholung der Bestände, die 2014 zu beobachten war, schon wieder Vergangenheit. Im Vergleich zum Jahr 2010 ist die aktuelle Schweinezahl in Polen um etwa ein Viertel geschrumpft.

Stärker eingeschränkt worden ist im Herbst 2015 die Zuchtschweinehaltung. Damit ist jetzt auch die Zahl der Ferkel geringer, so dass in den kommenden Monaten das Aufkommen ab Mastschweinen ebenfalls weiter sinken wird. Allerdings ist ein Teil der fehlenden Nachzucht durch Ferkelimporte abgedeckt worden. Das Statistikamt registriert bis Dezember 2015 Importe von 4,2 Millionen Schweinen in der Kategorie unter 50 kg Lebendgewicht. Sie haben im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 Prozent zugenommen.

Als Gründe für den Abbau der Schweinebestände nennt das Statistikamt in Warschau die niedrigen Auszahlungspreise. Der polnische Agrarminister Krzysztof Jurgiel hatte deswegen im Dezember sogar Exporterstattungen gefordert. Jetzt muss er seine Schweinebauern mit EU-Hilfen für notleidende Landwirte ruhig stellen. Für alle von Niedrigpreisen und Trockenheit betroffenen Landwirte hat Polen im Herbst 2015 rund 29 Mio. € aus der Brüsseler Kasse zugesagt bekommen. Die Modalitäten für dieses Hilfsprogramm sind in Warschau aber noch nicht ausgearbeitet. Dort ist außerdem die Auszahlung der Direktzahlungen ins Stocken geraten. (db)
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