Erntefortschritt

Polnische Weizenpreise unter Druck

Abgesehen von zum Teil heftigen Gewittern kommen die Mähdrescher in Polen in der Sommerhitze zügig voran. Die Getreidequalität ist jetzt generell sehr gut, berichtet der nationale Verband der Getreideanbauer (KFPZ). Nach wie vor gibt es zwar Weizenpartien mit kleineren Körnern, aber diese sind auf die von starker Trockenheit betroffenen Regionen begrenzt. Sonst kommt der Weizen mit hohen Fallzahlen und auch zufriedenstellenden Proteingehalten herein. Damit haben sich nach Beobachtung des Verbandes auch die zunächst gezahlten Qualitätsprämien für Weizen verringert. Stattdessen sind die Preise unter Erntedruck geraten.

Problematischer gestaltet sich in Polen offenbar die Rapsernte. Hier haben Sturm und zuweilen Hagel häufiger die Schoten platzen lassen. Die Erträge sind generell niedriger. Im Internetportal Farmer.pl heißt es, dass manche Landwirte bereits fürchten, ihre Lieferverträge nicht erfüllen zu können. Verwöhnt waren sie auch von den hohen Erträgen des Vorjahres, die dieses Jahr bei Weitem nicht zu erzielen sind.

Zu den Folgen der Trockenheit hat Agrarminister Marek Sawicki angekündigt, dass eine nationale Kommission auf Grundlage der regionalen Meldungen Ende August die Verluste abschätzen wird. Gemeldet sind Dürreschäden in 13 der 16 polnischen Wojewodschaften. Besonders stark sind die mittleren Landesteile betroffen. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen von Sawicki könnten auf etwa 350.000 ha so große Ausfälle entstanden sein, dass Landwirte auf finanzielle Hilfen wie Liquiditätskredite oder Stundungen von Sozialabgaben hoffen dürfen. (db)
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