Getreidehandel

Polnischer Mais teilweise belastet


Die Wirtschaftkammer für Getreide und Futtermittel in Warschau schätzt, dass in Polen auf 70 Prozent der Anbaufläche der Körnermais gedroschen ist. Die Fachleute berichten außerdem, dass Informationen über Mykotoxinbefall zunehmen. Häufig gibt es offenbar Beanstandungen im Südwesten des Landes.

Als Erzeugerpreise für lagertrockenen Mais nennt die Kammer mindestens 560 Zloty/t (umgerechnet etwa 133 €/t) im Nordwesten und Westen. Im Osten und Süden soll Mais bei den Landwirten bereits für 500 bis 510 Zloty/t (um 120 €/t) erhältlich sein. Die Kammer berichtet zudem, dass umfangreich Mais im Rahmen bestehender Vorkontrakte nach Deutschland abfließt.

Deutlich teuer geworden ist in Polen Weizen, der Brotqualität aufweist. Vor allem im Norden Polens ist solcher Weizen für den Export über die Seehäfen gefragt. Die Aufkaufpreise betragen - je nach Proteingehalt - 700 bis 760 Zloty/t (165 bis 180 €/t). Tagesaktuell erfolgen Korrekturen je nach Matif-Notierung und Wechselkurs der polnischen Währung.

Der Zloty war am Mittwoch mit etwa 4,23 Zloty/€ vergleichsweise schwach bewertet. Die Ausschläge sind zurzeit allerdings nicht sehr groß. Der Kurs bewegte sich in den vergangenen zwölf Monaten plus/minus 2 Prozent um den Mittelwert von 4,18 Zloty/€. Damit ist der Währungseinfluss auf den Handel mit Deutschland eher untergeordnet.

Eine bedeutendere Rolle spielt in diesem Jahr die sehr hohe Ernte, die in Polen eingefahren worden ist. Der europäische Handelsverband Coceral schätzt 2014 eine polnische Weizenernte von 11,5 Mio. t, die  rund 1,9 Mio. t größer ist als im Vorjahr. An Körnermais sind voraussichtlich 4,6 Mio. t und damit rund 900.000 t mehr als 2013 eingebracht worden. Polen etabliert sich zunehmend als wichtiges Nettoexportland für Getreide. (db)
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