Mähdrusch

Polnischer Weizen mit Verspätung

Landesweit ist die Rapsernte im Gang. Im Süden endet der Gerstendrusch, und die Landwirte machen mit Weizen, Roggen und Triticale weiter, berichtet die Wirtschaftskammer für Getreide und Futtermittel in Warschau. Da in dieser Woche trocken-heißes Sommerwetter vorausgesagt ist, kommt Getreide herein. Bislang war die Ernte deutlich verzögert.

Futtergetreide gefragt

Die Versorgung mit Getreide müsste sich in Polen jetzt verbessern, erwartet die Kammer. Nach ihren Informationen ist zurzeit aber hauptsächlich Futtergerste im Handel. Verarbeiter zahlen umgerechnet 128,00 bis 132,50 €/t. Für diesen Betrag soll der grenznahe Handel auch Gerste aufkaufen, um ihn weiter nach Deutschland zu liefern, beobachtet die Kammer.

Für polnischen Weizen mit mindestens 12,5 Prozent Protein nennt die Kammer Preise von umgerechnet 161,50 bis 173,50 €/t. Ähnlich hoch soll Futterweizen im Inland bewertet sein. Er war aus alten Ernte nicht mehr verfügbar. Einige Mischfutterhersteller weichen auf Roggen aus, für den umgerechnet 115,50 bis 132,50 €/t zu erzielen ist.

Weizen mit kleinen Körnern

In der Vorwoche hat das Statistikamt in Warschau geschätzt, dass Roggen aus der Ernte 2015 reichlicher als im Vorjahr, aber Weizen deutlich weniger geerntet wird. Hinsichtlich Weizen bestätigen Landwirte im Internetportal Farmer.pl, dass die Erträge enttäuschen. Nach der langen Trockenheit haben offenbar die Hektolitergewichte gelitten, häufiger ist von Kleinkörnigkeit die Rede.

Ostseehäfen verladen Raps

Die Wirtschaftskammer berichtet von Verkaufszurückhaltung der Landwirte. Sehr ruhig ist das Weizengeschäft in den Ostseehäfen in Danzig und Gdynia. Deswegen sollen im Juli statt Getreide größere Rapsmengen in den Häfen für den Export verladen worden sein. Die Kammer kann sich vorstellen, dass sich die Menge in den Monaten Juli bis September auf 200.000 bis 300.000 t Raps summieren wird. Im September könnten dann noch bis zu 100.000 t Roggen auf dem Seeweg exportiert werden. Die ersten nennenswerten Weizenverschiffungen sind dagegen erst ab Oktober oder November zu erwarten, lautet die weitere Prognose der Experten der Wirtschaftskammer für Getreide und Futtermittel. (db)
stats