Märkte am Mittag

Prämien steigen langsam


Tendenz
Die Weizenkurse steigen langsam wieder. Der Handel hoft auf anspringendes Exportgeschäft.
Ganz allmählich legen die Prämien für B-Weizen am Hamburger Markt wieder zu. Zwar fehlt es an richtigen Impulsen, die dem Markt Schwung geben, doch hofft der Handel darauf, dass das Exportgeschäft anspringt. Schon seit der Europäischen Warenbörse in Brüssel vor 12 Tagen verstärkt sich der Eindruck dass die Baisse vorbei sein könnte. Allerdings ist es noch nicht zu dem erwarteten Tender aus Saudi Arabien für Weizen gekommen. Vielleicht bietet sich noch in dieser Woche die Chance, zum Zuge zu kommen.

Sehr unter dem schwachen Exportgeschäft leiden die Getreidemärkte im Nordosten Deutschland. Die Produktion ist auf Export ausgerichtet. Nur gibt es derzeit an den Seehäfen keine Nachfrage. Die Abgeber halten jedoch zunehmend Ware zurück. Der Anstieg der Weizenkurse an den Börsen, wird sehr genau beobachtet. An der Pariser Warenterminbörse klettert Weizen für Dezember bis zum Mittag auf 162,75 €/t. Zur Lieferung November wird B-Weizen in Hamburg mit einer Prämie auf die Matifnotierung von 2,50 €/t bewertet.

Baltikum sticht Konkurrenz aus

Gerade im Nordosten und in Sachsen-Anhalt hallt die rege Vermarktung von guten Weizenqualitäten aus den baltischen Ländern nach. Schätzungsweise 5 Mio. t könnten die drei Länder, Estland, Lettland und Litauen im laufenden Vermarktungsjahr 2017/18 exportieren. Zwar ziehen die Preise im Baltikum allmählich an, doch liegen sie immer noch günstiger als in Polen und Deutschland. Vor allem beim Hektolitergewicht hat es Weizen aus Ostdeutschland schwer, mit den Offerten aus dem Baltikum mitzuhalten. Die deutsche Ware hat im Durchschnitt 75 kg beim A-Weizen, gefordert werden 77 bis 78 kg, die das Baltikum durchaus bereitstellen kann.

Zollspekulationen geben Raps Aufwind

Raps ist derzeit ein Selbstläufer und geht unaufhaltsam seinen Weg weiter nach oben. An der Warenterminbörse wird der Novemberkontrakt wieder mit grünen Vorzeichen von 366 €/t bewertet. Berichte aus den USA, wonach für Biodiesel aus Argentinien ein Importzoll von 70 Prozent im Gespräch ist, geben den Kursen in Chicago schon gleich zum Börsenbeginn Auftrieb. Denn damit wäre praktisch die Einfuhr von argentinischem Biodiesel in die USA gleich Null. Anders als in der EU, wo Biodiesel aus Argentinien erst so richtig Fahrt aufnimmt Richtung EU. (da)
stats