Ernte 2017

Preisanstieg in der Gerstenernte

Nahezu abgeschlossen ist die Wintergerstenernte in den Frühdruschgebieten entlang der Rheinschiene. Die Wintergerstenbestände in den nördlichen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie den Mittelgebirgslagen sind dagegen erst später erntereif. Der Deutsche Bauernverband rechnet in seiner 1. Ernteschätzung mit einem durchschnittlichen Wintergerstenertrag von knapp 7,3 t/ha. Das entspricht einem Plus von 3 Prozent gegenüber Vorjahr. Die gesamte Erntemenge beziffert der DBV auf 9 Mio. t Gerste wie im Vorjahr. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) rechnet mit 8,9 Mio. t. Die Qualitäten der Wintergerste 2017, gemessen in Hektolitergewicht, liegen nach Angaben des DBV im Durchschnitt zwischen 64 kg/hl bis 68 kg/hl), fallen aber regional unter 60 kg/hl ab.

Die im Winter 2016/17 und in diesem Frühjahr vielfach geringen Niederschläge sowie die Hitzewelle in der zweiten Juni-Hälfte haben den Wintergerstenbeständen nicht so stark geschadet wie zunächst befürchtet. Regional war die unbeständige Witterung Ende Juni/Anfang Juli problematischer für die erntereifen Wintergerstenbestände. So haben wiederkehrende Niederschläge die Befahrbarkeit der Flächen beeinträchtigt und zu Lagergetreide, abknickenden Ähren sowie Zwiewuchs geführt. Erfreulich für die Erzeuger entwickelten sich die Erzeugerpreise. Bekamen die Landwirte für die Wintergerste vor einem Jahr gerade einmal 120 €/t, stiegen die Kurse während der Ernte 2017 auf 125 bis 145 €/t. Für die EU erwartet der DBV eine Gesamtgetreideernte von 298 Mio. t. (da)
stats