Märkte am Morgen: Getreide

Preisdruck auf Weizen hält an

Weizen: In den beiden vorangegangenen Tagen hat der November-Kontrakt an der Matif 1,50 €/t und seit Monatsanfang 7 Prozent verloren. Schwächere Vorgaben aus Chicago und die hohen Erwartungen an die europäische Weizenernte sorgen für Druck. Die niedrigen Weizenpreise rufen anscheinend wieder Käufer auf den Plan, denn die offenen Positionen haben sich in den vergangenen Tagen um rund 16.000 Kontrakte erhöht. Der IGC taxiert die europäische Weizen-Gesamternte auf knapp 145 Mio. t und damit 2 Prozent höher als im Vorjahr.
 
Unbestätigten Meldungen zufolge soll Algerien in dieser Woche 700.000 t Weizen in Frankreich gekauft haben. Die Weizenexporte der EU bleiben eine Erfolgsstory und werden derzeit durch den etwas schwächeren Euro-Kurs begünstigt. In dieser Woche wurden 530.000 neue Exportlizenzen für Weichweizen gezogen. Die Lizenzziehungen haben sich in 2013/14 damit auf 26,4 Mio. t Weichweizen summiert. Unter Einbeziehung von Hartweizen und Mehl liegen die gesamten Weizenexporte der EU im laufenden Wirtschaftsjahr bereits bei 28,3 Mio. t.
 
In Chicago gaben die Weizenkurse erneut nach. In 16 vorangegangenen Sitzungen schlossen die Futures 15 mal mit roten Vorzeichen und haben im Monatsverlauf 12 Prozent eingebüßt. Psychologisch setzen die Regenfälle in den südlichen Plains den Kursen den Chicagoer Notierungen zu, auch wenn sich dadurch für die Ernte in Kansas und Co. nicht mehr allzu viel erwarten lässt.  
 
Allerdings sieht es für die US-Weizenernte gar nicht mal so schlecht aus. Der IGC schätzt die US-Weizenernte in seinem neuesten Monatsbericht auf 55 Mio. t. Dies wären zwar 5 Prozent weniger als im Vorjahr, aber alles andere als ein Desaster. Die globale Weizenernte taxiert der IGC aufgrund der kleineren US-Ernte mit 694 Mio. und damit 2 Prozent niedriger als im Vorjahr. Komfortable weltweite Endbestände von 187 Mio. t lassen nach den IGC-Zahlen nicht die geringsten Versorgungsprobleme erwarten.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago schlossen in den beiden vorangegangenen Sitzungen ohne größere Bewegungen mit wechselhaften Vorzeichen. Die Futures-Preise bewegen sich auf einem Dreimonatstief. Die US-Maisaussaat dürfte zu Beginn der kommenden Woche weitgehend abgeschlossen sein und in den USA herrscht ausgesprochen wüchsiges Wetter für die heranwachsenden Maisbestände.   
An der Matif steht Mais weiter unter Druck. Der Juni schloss bei 171,50 €/t. (St)
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