Europaweit erhielten die Milchbauern im Oktober für einen Liter Milch knapp 2 Cent/kg mehr als im September. Führende europäische Molkereien zahlten ihren Lieferanten im Schnitt 29,13 ct/kg Rohmilch und damit um 1,78 Cent mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresniveau ergab sich nur mehr ein kleines Minus von 0,2 Cent oder 0,6 Prozent. Dies geht aus der jüngsten Preiserhebung des niederländischen Bauernverbandes (LTO) hervor.

Größtes Plus bei DMK

Die meisten der in diesem Vergleich enthaltenen Molkereien hoben im Oktober ihre Auszahlungspreise an, nur wenige ließen sie unverändert. Der höchste Anstieg wurde beim deutschen Marktführer DMK registriert, der seinen Milchpreis - von einem relativ niedrigen Niveau ausgehend - um 5 ct/kg erhöhte.

Aussichten positiv

Auch in den letzten beiden Monaten dieses Jahres dürfte der positive Preistrend anhalten, wie aus vorläufigen LTO-Berechnungen hervorgeht. Von mehreren großen Milchverarbeitern liegen bereits entsprechende Zahlen vor. Das niederländische Unternehmen FrieslandCampina liegt diesbezüglich an der Spitze, es hat im November den Lieferanten um 3,6 Cent und ab Anfang Dezember um 4,4 Cent/kg mehr bezahlt. In Frankreich fallen die Zuwächse relativ gering aus, hier besteht allerdings aufgrund des vergleichsweise hohen Preisniveaus auch kein so großer Nachholbedarf.

Preise wieder auf Vorjahresniveau

Obwohl der durchschnittliche LTO-Erzeugermilchpreis im Oktober fast das Vorjahresniveau erreicht hat, wird im Jahresmittel 2016 das Niveau des vergangenen Jahres deutlich unterschritten werden. Einige europäische Milchverarbeiter haben bereits vorläufige Zahlen geliefert. So werden der dänische Molkereiriese Arla Foods und die niederländische FrieslandCampina im Jahresmittel das Vorjahresniveau um rund 7 Prozent verfehlen. Mögliche Nachzahlungen dürften dieses Minus noch etwas abmildern, so die LTO.

Britische Farmer spüren Pfund-Schwäche

Die britische Molkerei Dairy Crest wird beim Milchpreis gegenüber 2015 voraussichtlich im Schnitt ein Minus von 23 Prozent verzeichnen, wobei sich hier auch die Pfund-Abwertung bemerkbar macht. Währungsbereinigt ergibt sich aber immer noch ein Rückgang um 13 Prozent. Der LTO-Durchschnittswert wird jeden Monat in Kooperation mit EDF (European Dairy Farmers) auf Basis der Auszahlungsleistungen von 15 großen Milchverarbeitern in Nord- und Mitteleuropa für Standardmilch mit 4,2 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß sowie einer jährlichen Anlieferung von 500.000 kg errechnet. (AIZ)
stats