Märkte am Mittag

Preisentwicklung bleibt spannend

Die Qualitäten, die zu Beginn der Ernte gedroschen wurden, haben sich im Großen und Ganzen bis zum Ende hin bestätigt. Insgesamt sind die eingefahrenen Qualitäten der Weizenernte 2015 recht heterogen, dennoch aber in aller Regel müllerisch brauchbar. Die Fallzahlen liegen weiterhin in einem hohen Bereich zwischen 240 und zum Teil über 400 sec. Auch das Hektolitergewicht befindet sich auch bei den später gedroschenen Partien meist im guten Durchschnitt, zum Teil sogar darüber. Die Qualitätsparameter sind jedenfalls zufriedenstellend. Das Protein bei den meisten A-Weizen liegt zwischen 12,9 und 14,0 Prozent. Auch die B-Sorten weisen gute Proteinwerte auf, heißt es beim Bayerischen Müllerbund in München. Der Ertrag liegt im Großen und Ganzen im Durchschnitt der letzten fünf Jahre, trotz der Befürchtungen, dass es in einigen Regionen deutlich an Niederschlag gefehlt hat. In den meisten bayerischen Anbaugebieten wird zudem von einer guten bis sehr guten Kornausbildung berichtet. Fusarium scheint offensichtlich in diesem Jahr kein Thema zu sein, versichern Vertreter der aufnehmenden Hand.

Auch der neue Roggen zeigt sich vielversprechend. Die Qualitätsparameter sind insgesamt recht passabel. Die Fallzahlen und Hektolitergewichte beim Roggen überzeugen, wenn auch die Körner bis zum Schluss recht schmächtig ausgefallen sind. Die Ammylogrammeinheiten behielten die hohen Werte. Von Mutterkorn ist so gut wie keine Rede an der Annahmegosse. Allerdings, so berichten einige Müller, sollen in diesem Jahr die Fallzahlen nicht zu den hohen Verkleisterungstemperaturen passen.

Die ersten landwirtschaftlichen Abrechnungspreise entwickeln sich erst allmählich. Beim A-Weizen liegen in einer breiten Preisspanne je nach Protein und Region zwischen 155 und 168 €/t, in einzelnen Regionen bis zu 175 €/t netto, frei Erfassungslager. Für B-Weizen wird den Erzeugern derzeit zwischen 150 und 160 €/t bezahlt. Der Aufschlag von A- zu E-Weizen liegt bei lediglich 10 €/t. Es ist der Eindruck zu gewinnen, dass die Qualitätszuschläge in diesem Wirtschaftsjahr etwas geringer ausfallen.

Für Brotroggen werden erste Preise von 140 und 147,50 €/t netto, frei Erfassungslager genannt. Die weitere Preisentwicklung bleibt spannend, da der Mais extrem unter Trockenstress leidet und eine Änderung der Großwetterlage im Moment noch nicht absehbar ist. Es kann davon ausgegangenen werden, dass die Landwirte, je nach Möglichkeit, aufgrund der derzeitigen Preissituation wohl einen Teil der Ware einlagern.(HH)
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