Märkte am Mittag

Preisrally geht die Puste aus


Am Mittwochmittag wird der Frontmonat März für Mahlweizen an der Matif mit 187,75 €/t bewertet. Das sind 1,75 €/t mehr als am Vortag. In Chicago drehen die Mais-Futures jedoch in den negativen Bereich, während Weizen noch grüne Zahlen schreibt. Raps in Paris ist gemeinsam mit dem Sojakomplex in Chicago auf dem Rückmarsch.

Marktteilnehmer im Nordwesten Deutschlands begründen das kleine Kursfeuerwerk vom Vortag mit einer technischen Gegenreaktion auf einen überverkauften Agrarrohstoffmarkt in Chicago. Ein schwächerer US-Dollar und ein fester Rohölmarkt wiederum dürften die Rally zusätzlich begünstigt haben. Die Matif hat sich an die Fersen der Börse in Übersee geheftet, denn fundamentale Argumente für einen breiten Preisanstieg am europäischen Getreide- und Ölsaatenmarkt sind schwer auszumachen. Einzig der Weizenmarkt bekam zusätzliche Unterstützung durch den jüngsten Weizentender Ägyptens, bei dem französische und rumänische Ware zum Zuge kam.

Käufer setzen Preisanstieg nicht um

Für deutschen Weizen fehlen allerdings derzeit neue Nachfrageimpulse aus dem Export, berichten Händler. Zwar würden Geschäfte abgewickelt, doch vermutlich aus Long-Kontrakten der Exporteure bedient. Zusätzliche Nachfrage am Kassamarkt sei dadurch nicht zu beobachten, heißt es. Für Gerste habe es lebhafteres Export-Neugeschäft im Januar gegeben, das nun im Februar und März abgewickelt würde.

Die Abgabebereitschaft aus der Landwirtschaft heraus ist im Nordwesten zum Erliegen gekommen. Am nordost- und nordwestdeutschen Markt berichten Beobachter, dass Erzeuger noch etwa 30 Prozent ihrer Weizenernte nicht vermarktet hätten.

Generell haben es Verkäufer schwer, die jüngsten Preisanstiege an der Börse auch am Kassamarkt umzusetzen, da die Käufer nicht mitziehen. Weizen in Südoldenburg wird heute mit 187 €/t (Brief) zu 185 €/t (Geld) bewertet. Bei den Verarbeitern wird die Deckung für die kommenden zwei Monate als recht gut eingeschätzt. (pio)
stats