Innerhalb eines Monats hat sich der Kartoffelpreis in unerwartete Höhen aufgeschwungen. Die Erzeuger, die ihre Ware gut über den Winter gebracht haben, nutzen ihre Chance. Die Notierung für freie Ware für den Export hat sich glatt verdoppelt, die Frittenindustrie legt fast ebenso viel mehr hin. In Rotterdam notiert Frittengeeignete Ware bei 45,00 - 67,50 €/t – noch vor einem Monat wurde dafür nur 22,50 – 38,50 €/t gezahlt. Exporttaugliche Kartoffeln in der Sortierung 45 mm+ haben innerhalb eines Monats zugelegt von 45,00 – 60,00 €/t auf 90,00 – 120,00 €/t.

In den Lagerhallen schreitet die Alterung der Kartoffeln aus der Ernte 2014 zügig voran. Immerhin helfen die kühlen Nächte noch bei der Temperaturführung. Jedoch läuft der Absatz von Pommes Frites im Export lebhaft weiter, während draußen auf den Feldern der Nachschub nur mühsam heranwächst. Kühles Wetter und Trockenheit lassen die Vegetation weiterhin um rund 14 Tage hinterherhinken. Daher ist zu Beginn der Kampagne, der für Juli terminiert ist, mit Erträgen unter dem Optimum zu rechnen. Im vorigen Jahr mit dem wüchsigen Wetter hatten die frühen Verarbeitungssorten schon zum Start Höchsterträge gezeigt und damit eine Saison mit niedrigen Preisen eingeläutet.

Der Terminmarkt zeigt zwar ebenfalls eine Befestigung, nimmt aber nicht im gleichen Maße an der Euphorie Anteil. Das Interesse an dem Juni-2015-Future, der in dieser Woche abgerechnet wird, ist aber mit mehr als 1.000 offenen Positionen weiterhin sehr hoch. Die Notierung hatte sich in der Vorwoche auf den Spitzenwert von 6,90 €/100 kg aufgeschwungen. Diese Woche hat jedoch darunter eröffnet. (brs)
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