Im Jahr 2015, dem ersten Jahr ohne die Quote, erwartet die EU-Kommission in ihrem jüngsten Marktausblick nur einen leichten Anstieg von 1 Prozent der Milcherzeugung in der Europäischen Union.

Stärkere Zuwächse prognostiziert Brüssel in Ländern, in denen die Anzahl an Milchkühen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, wie in Irland mit 4 Prozent sowie in Deutschland und den Niederlanden mit jeweils knapp 1 Prozent. In einigen anderen Mitgliedstaaten dagegen sei die Zahl der Milchkühe zurückgegangen, so etwa in Polen (minus 2 Prozent) und Dänemark (minus 3,5 Prozent). Dort sei folglich kein Anstieg der Milchproduktion zu erwarten.

Magermilchpulver boomt

Die produzierte Menge an Magermilchpulver in der EU erreichte 2014 rund 1,4 Mio. t. Das entspricht einem Zuwachs von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das sei auch auf die im Sommer verhängte Importsperre Russlands für EU-Agrarprodukte zurückzuführen, so die Kommission. Denn dadurch frei gewordene Milchmengen wurden zu Butter und Magermilchpulver verarbeitet.

Gesunkene Preise und der fallende Eurokurs hätten zudem die Exporte von Magermilchpulver begünstigt: 646.000 t Magermilchpulver seien 2014 exportiert geworden – eine Steigerung um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mehr als 20 Prozent der Ausfuhren gingen nach Algerien. Größere Mengen wurden nach China und Ägypten verschifft. Für 2015 rechnet die Kommission aufgrund der hohen Nachfrage am Weltmarkt mit einem weiteren Anstieg der Erzeugung von Magermilchpulver in Europa.

Neuorientierung für Teile des europäischen Käsemarkts

Die Käseproduktion in Europa ist 2014 den weiteren Angaben zufolge um 2 Prozent auf 9.8 Mio. t gestiegen. Grund dafür sei der weiterhin anziehende Verbrauch am EU-Binnenmarkt. Obwohl normalerweise ein Drittel der europäischen Käseexporte nach Russland fließt, sind die Ausfuhren trotz des Importembargos 2014 nur um 8 Prozent unter den Wert des Vorjahres gesunken. EU-Käseexporteure hätten andere Abnehmer gefunden, schreibt die EU-Kommission. Als alternative Absatzmärkte hebt die Kommission Korea und Japan hervor.

Für 2015 hält die Kommission einen Anstieg der EU-Käseausfuhren um 5 Prozent gegenüber 2014 für möglich, vorausgesetzt, alternative Absatzmärkte zu Russland werden weiter ausgebaut. (az)
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