Märkte am Mittag

Putin-Faktor stützt Kurse

Die Kurse für Raps und Weizen an der Matif in Paris bekommen heute Mittag wieder Rückenwind. Bei Mahlweizen legt der scheidende Frontkontrakt März 2,75 €/t zu auf 211 €/t. Der folgende Mai-Termin steigt immerhin um 2,50 €/t auf 208,75 €/t. Der Pariser Raps-Future legt 5,25 €/t zu zum Frontmonat Mai und wird mit 419,25 €/t bewertet. In Chicago drehen Weizen und Mais ebenfalls in den grünen Bereich; die deutlichsten Zugewinne verbucht aber die Sojabohne.

Dabei profitieren die Preise – vor allem im Börsenbereich – weiterhin von der mit der Krim-Krise verbundenen Unsicherheit am Markt. Die Ölsaaaten erhalten Auftrieb von den flotten US-Sojaexporten. Beobachter erwarten daher erneut, dass das US-Agrarministerium USDA in seinem für Montag angekündigten Wasde-Bericht die US-Sojaendbestände nach unten korrigieren wird. Doch diese Erwartungen hatten Marktteilnehmer bereits an den Februar-Report gerichtet, und damals sind sie nicht in Erfüllung gegangen.

Am deutschen Kassamarkt für Raps läuft zwar Geschäft, wie Marktteilnehmer aus dem Nordwesten berichten. „Doch für dieses Preisniveau ist das Geschehen fast ein bisschen zu ruhig“, meint ein Makler. Viele Abgeber würden die weitere Entwicklung erst einmal beobachten wollen und seien ein wenig verunsichert. Auch die Ölmühlen halten sich eher zurück. Für Raps franko Hamm liegt das durch den Handel getriebene Preisniveau bei 8 €/t über dem Mai-Termin an der Matif, für Salzgitter wird ein Preisniveau „jenseits der 420 Euro“ angegeben. Für die neue Ernte liegen die Preisideen im Westen bei 385 €/t ex Ernte, im Osten bei 378 €/t.

Am Weizenmarkt sehen Marktteilnehmer weiterhin den „Putin-Faktor“ am Werk. „Die physischen Märkte gehen die Preissteigerungen ein Stück weit mit“, sagen Gesprächspartner aus Niedersachsen. Aktuell würden „viele kleine Mengen“ am Kassamarkt für Weizen bewegt. So hätten die Mühlen „ein wenig Mehlgeschäft“, das auch direkt physisch abgedeckt würde, und auch die Landwirte und der Erfassungshandel seien aktiv. B-Weizen, franko Mühle Niedersachsen, wird aktuell für den Termin Mai/Juni mit 203 €/t bewertet, fanko Mühle in Westfalen sind 211 €/t drin. Das Geschäft mit der neuen Ernte läuft weiterhin schleppend.

Im Qualitätsweizengeschäft bekommt Deutschland nach Angaben von Händlern aktuell den Konkurrenzdruck aus Österreich zu spüren. „Österreichischer E-Weizen wird ab Station 15 Euro je Tonne günstiger angeboten als hiesige Ware“, berichtet ein Marktteilnehmer. Daher sei Deutschland aktuell „aus dem Rennen“. Die Forderungen der Landwirte, die für E-Weizen der Sorte Akteur ab Station in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt 205 €/t sehen wollen und für Monopol 220 €/t, seien einfach zu hoch, heißt es. In der neuen Ernte sieht die Welt allerdings anders aus: Da würden Importeure aus Italien nicht mehr mit den derzeitigen „Dumping-Preisen“ aus Österreich kalkulieren und für deutschen E-Weizen im Lieferzeitraum September bis Dezember 205 €/t ab Station bieten. (pio)
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