Märkte am Mittag

Qualitäten verunsichern

Markttendenz
Die guten Ernten in der Schwarzmeer-Region sowie in den USA wirken preisdämpfend. Die Unsicherheit über die Weizenquaitäten in Süddeutschland hält an.
In ganz Süddeutschland sind die Marktbeteiligten derzeit ein wenig verunsichert. Noch fehlt eine repräsentative Qualitätseinschätzung, da regional bislang zu wenig Getreide geerntet wurde. Fest steht allerdings, dass beim Weizen in diesem Jahr wohl sehr heterogene Qualitäten eingefahren werden. Es bestätigt sich offensichtlich, dass wohl immer mehr Futterweizen anfallen wird. Aktuell liegen die Notierungen für Brotweizen ex Ernte etwa 145 bis 152 €/t frachtfrei südbayerischer Empfangsstation. Für September/Dezember werden 154 bis 159 €/t genannt. Für Weizenpartien ohne Fallzahlangaben werden ex Ernte um 145 und für September/Dezember um 142 €/t fanko notiert.

Die Notierungen für einheimische Braugerste sind nur knapp behauptet. Dazu tragen auch die relativ preiswerten Offerten aus Osteuropa bei. Die Malzindustrie ist gut gedeckt und würde höhere Forderungen ohnehin nicht akzeptieren. 

Obwohl die Wintergerstenernte inzwischen weitgehend abgeschlossen sein dürfte, ist der Markt bislang noch immer nicht so recht in Schwung gekommen. Die Landwirtschaft hält sich mit Offerten zurück. Das wird sich mit dem Fortschreiten der Weizenernte wohl ändern. Dennoch kann man von nahezu ausgeglichenen Verhältnissen sprechen. Die Mischfutterindustrie signalisiert jedenfalls nur ein begrenztes Kaufinteresse. Man sei für die kommenden zwei Monate versorgt, heißt es. Für spätere Termine besteht jedoch Gesprächsbreitschaft. In der Branche geht man von sinkenden Preisen für Wintergerste aus. Anfragen gibt es aus Südoldenburg sowie aus den Benelux-Staaten. Sie dienen vor allem der Orientierung. Italienische Käufer haben sich noch nicht gemeldet.

Am Maismarkt wird das Vermarktungsfenster für die alte Ernte zunehmend enger. Die Versorgung aus der alten Ernte ist nach Schätzung von Marktbeobachtern noch bis Anfang September gegeben. Ernsthafte Preismeinungen für die kommende Ernte sind nur selten zu hören, da insgesamt der Futtergetreidemarkt wohl reichlich versorgt werden dürfte. Jedenfalls sind noch keine wirklich aktuellen Kaufideen vorhanden. In der Landwirtschaft hofft man auf die Gebote der Biogaserzeuger.

An der Matif hat sich die Talfart für Weizen zum Wochendende verlangsamt. Mittags notiert der Dezember mit 168,50 €/t nur 0,50 €/t unter dem gestrigen Schlusskurs. Auch November Mais mit 166,50 €/t und November-Raps mit 360,75 stehen knapp im roten Bereich. (HH)
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