Märkte am Mittag

Rätselraten über Weizenpreise

Der Getreidehandel rätselt über die ansteigenden Weizennotierungen an der Börse. Es fehlen klare Erklärungsansätze und es lassen sich nur eine Reihe von Gründen eruieren. In den vorderen Markt fließen bei kleinem Weizenangebot technischer Einflüsse ein. Die anhaltende rege Nachfrage der Exporteure nach Weizen dürfte ebenfalls ein Grund für die festen Märkte sein. Händler vermuten zudem, dass mit den anziehenden Weizenpreisen auch die Fonds wieder in die Futures eingestiegen sein könnten. Last, but not least, sind die Vorzeichen für die kommenden Weizenernten zurzeit wenig vielversprechend und dürften dem Preisanstieg ebenfalls psychologisch in die Hände gespielt haben.
 
Die höheren Weizenpreise locken kaum Partien an den Markt. Die Landwirtschaft hält sich komplett zurück, denn der jüngste Kursanstieg kam zu schnell und lässt auf weiter steigende Preise hofften. Die Mühlen im Westen haben sich zurückgezogen, denn bestehen keine neuen Mehlgeschäfte an. Im Westen gibt es jedoch Kaufinteresse des Handels für Eindeckungen im Dezember und für Januar/März. Hierfür werden im Rheinland Aufgelder von 2,00 bis 4,00 €/t auf die Matif und in Westfalen von 4,00 bis 6,00 €/t auf die Börsennotierungen e genannt.  
 
An der Matif setzt sich der stramme Preisanstieg der Vorwoche fort. Im Mittagshandel legte der Januar 2,75 €/t auf 187,00 €/t zu, der Maitermin notierte bei 190,00 €/t. Die festen Vorgaben aus Chicago vom vergangenen Freitag dürften etwas nachgewirkt haben und heute haben sich die Anfangsverluste der elektronischen Chicagoer Börse bereits weitgehend reduziert.
 
Die Veredlungswirtschaft im Südoldenburger Raum muss noch kleinere Bedarfslücken für das alte Jahr stopfen. Die logistischen Möglichkeiten sind überschaubar und mit den festeren Börse wurde der Weizen für Dezember mit 183 €/t gehandelt und blieb weiter Geld. Für Januar/Juni wurden 186 €/t frachtfrei Südoldenburg bezahlt und weiter geboten.
 
Auch bei Raps hält die feste Tendenz an. Wie schon an den Vortagen koppelt sich Raps temporär vom Sojakomplex ab. An der Matif notierte der Februarkontrakt am späten Mittag  trotz der schwacher Sojabohnen mit 337,50 €/t und sogar etwas fester als am Freitag. Am Kassamarkt wurde kaum Raps offeriert. (St) 
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