Märkte am Morgen: Ölsaaten

Raps behauptet sich im Frontmonat

Sojakomplex: Die größere Volatilität beim Sojakomplex hält an. Die Bohnen wurden erneut einer weiten Bandbreite gehandelt. Bei Börsenschluss standen rote Vorzeichen an den Notierungen. Neuerliche Liquidationen dürften für Druck gesorgt haben. Im Wochenverlauf hat die Sojabohnen in Chicago 4,1 Prozent verloren. Die Fonds in Chicago sind weiterhin dabei, ihre Long-Positionen zu reduzieren. Auch Sojaöl gab nach. Schrot konnte sich mit einem kleinen Plus dagegen gut behaupten.
 
Der der gesamte Komplex wird weiterhin von den Gerüchten über chinesische Stornierungen oder Kontrakt-Umschichtungen belastet. Laut Agenturberichten soll China zuletzt 600.000 t  Sojabohnen in den in Südamerika storniert haben. Chinesische Käufer haben anscheinend zu große Positionen in die Bücher genommen. China gilt inzwischen als überkauft. Sehr schwache Margen der dortigen Ölmühlen, überschaubare Lagerkapazitäten und Nachfragerückgänge aufgrund von regionalen Ausbrüchen der Vogelgrippe werden als Hintergrund genannt. Erste Analysten gehen inzwischen davon aus, dass China in dieser Kampagne weniger als die 69 Mio. t Sojabohnen importieren könnte, die das USDA prognostiziert hat.
 
In Südamerika kommt die Sojabohnenernte in Brasilien aufgrund Regenunterbrechungen nur noch schleppend voran. Allerdings sollen bereits mehr als die Hälfte der brasilianischen Sojabohnen vom Feld sein. In Argentinien kommen Befürchtungen auf, dass die derzeit nassen Witterungsbedingungen die Qualität der dortigen Sojabohnenernte schädigen könnten.
 
Raps: An der Matif schlugen sich die schwächeren Sojabohnenkurse in leichten Notizverlusten für die neue Ernte nieder. Der Frontmonat Mai kann sich dagegen mit einem Plus von 2 €/t gut behaupten und hielt sich bei Börsenschluss oberhalb der 400 €-Linie. Nach der vorangegangenen Kursrally war der Mai-Kontrakt in den Vortagen stärker von Gewinnmitnahmen gebeutelt worden. Das vordere Rapsangebot in der EU ist zudem überschaubar. Mit nennenswerten Importen aus Kanada und Australien rechnen Marktexperten kaum vor Mai.  
 
In Winnipeg sorgten Shortabdeckungen der Fonds für neuerliche Kursgewinne. Die Börse hat sich aufgrund technischer Einflüsse kurzfristig etwas von der engen Anlehnung an Chicago abgekoppelt. Auch die Aussicht auf eine baldige Entspannung der kanadischen Logistikprobleme wirkte stimulierend.
 
Rohöl: Rohöl notierte fester. Brent-Crudeöl profitierte von einem Ukraine-Russland-Bonus und legte 1,18 US-$/Barrel zu. Bisher hat die Krim-Krise noch keine nennenswerten Auswirkungen auf die Rohölmärkte gezeigt. Mit den geplanten Sanktionen gegen Russland könnten die Rohölpreise steigen, wurde spekuliert. Auch die WTI-Kurse legten mit einem Plus von 0,62 US-$/Barrel etwas zu. (St)
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