Märkte am Morgen: Ölsaaten

Raps beweist Stehaufmännchen-Qualität

Sojakomplex: An den beiden Vortagen bekamen die Sojanotierungen in Chicago wieder Boden unter die Füße und machten einen Teil ihrer vorangegangen Verluste wett. In zwei Sitzungen legte die Julibohne mehr als 8 US-$/t zu. Technische Gegenreaktionen auf die vorherigen Verluste und zu nasses Wetter in Teilen des Mittleren Westens sorgten für die Wende. Sojaschrot profitierte davon aber nur wenig und musste am Donnerstag nach Spreads gegen festes Sojaöl leichte Kursverluste für die nahen Termine hinnehmen.
 
Neue Exportnachfrage für die alte Sojabohnenernte dürften der Börse ebenfalls Auftrieb verpasst haben. Zur Wochenmitte wurde ein Exportgeschäft von 140.000 t alterntigen US-Bohnen an eine unbekannte Destination bekannt und das USDA veröffentlichte am Vortag Exportzahlen von rund  98.000 t für die alte Ernte. Damit sind die gebuchten US-Sojabohnenexporte in dieser Kampagne auf 45,2 Mio. t angestiegen und liegen bereits 1,6 Mio. t höher als die USDA-Prognose. Sollte das USDA in seinem nächsten Monatsreport die US-Bilanz nicht schönrechnen, müssten die US-Endbestände in dieser Kampagne unter 2 Mio. t fallen. Dies wäre die knappste Bilanz aller Zeiten und würde einen geregelten Übergang in die neue Ernte infrage stellen. Sollten sich die Zahlen bestätigen, dürfte das nochmal richtig Feuer in der Kiste geben.
 
Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif zeigten Stehaufmännchen-Qualitäten. Nach den vorangegangenen schwächeren Tagen zogen sie zweimal hintereinander an. Am Donnerstag schob sich die August-Notierungen nach einem Plus von 4 €/t wieder auf 351,50 €/t hoch. Der Kursanstieg war umso erstaunlicher, als sich die Rapskurse schon deutlich oben bewegten, als vom Sojakomplex noch keine starken Signale auszumachen waren.
 
Die Canolakurse in Winnipeg scheinen sich für die neue Ernte in einer Seitwärtsbewegung einzupendeln. Der Kurs für die alte Ernte zeigte zuletzt nach oben.
 
Rohöl: Die Irak-Krise lässt die Preise weiter ansteigen. In den beiden Vortagen haben sich die Brent Crude Ölnotierungen 1,60 US-$/Barrel befestigt und sind auf den höchsten Stand seit neun Monaten gestiegen. Die größte Raffinerie des Iraks in Baiji soll inzwischen zwar wieder in der Hand von Regierungstruppen sein, doch die Angriffe der Terroristen auf die Ölförderanlagen und das Herz der irakischen Wirtschaft halten die Märkte in Bewegung. Viele Ölfirmen sind bereits dabei, ihre Arbeiter aus den irakischen Ölfeldern zu evakuieren. (St)
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