Märkte am Mittag

Raps bleibt unter Druck

Markttendenz
Die deutschen Exporteure sind bei der jüngsten Weizenausschreibung von 720.000 t aus Saudi-Arabien kaum dabei. Dies drückt jetzt auf die Preise und trübt die Marktstimmung. Die seitwärts gerichtete Tendenz am Rapsmarkt hat weiter Bestand. Alle bisherigen Vorverkäufe an Rapssaaten der Erzeugerstufe der Ernte 2017 bleiben richtig. Das Preisniveau der neuen Ernte 2017 ist bei der Rapssaat bereits seit Wochen unter Druck.
Am heutigen Donnerstag zeigten sich die Kurse für Weizen an den Terminmärkten von einer leicht festeren Seite. An der Matif notiert Weizen für den Mai-Termin bei 172,75 €/t mit einem leichten Plus von 0,25 €/t. Die Prämien für Weizen in Hamburg liegen drei bis vier Euro/t über dem Preis im Mai in Paris. Das heißt im Moment etwa 177,00 €/t franko für den B-Weizen für die Lieferung im April 2017. Heute geben in Paris die Rapspreise für den Mai-Termin um 1,00 €/t auf 408,00 Euro/t nach.

Technische Einflüsse an der Börse in Chicago stützen den Weizenkurs auch an der Matif in Paris. In den USA geben die Wettermeldungen wie Frost oder Trockenheit den Preisen einen leichten Schub. Für die nördlichen Plains wurden Fröste vorhergesagt. Der EU Bauernverband prognostiziert für Weizen eine Ernte von ca. 142,3 Mio. t. Das ist ein Plus von 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für die Gerste erwarten Copa/Cogeca aufgrund einer rückläufigen Fläche und geringeren Erträgen Ertragseinbußen in Höhe von sieben Prozent auf gut 55 Mio. t.

In Hamburg und Rostock verlaufen die Verladungen rege. Das Neugeschäft ist aber träge. Die Prämien bleiben jedoch relativ unbeweglich. Während zu Anfang der Woche mit gestiegener Matif auch mal 180,00 €/t frei Seehafen für einen B-Weizen realistisch waren, sind nun wieder Preise um 177,00 €/t zu hören.

Die Nachricht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA), das seine Prognose für die brasilianische Bohnenernte 2017 um vier Mio. t auf 108 Mio. t heraufsetzte sorgt für einen leichten Preisdruck. Ferner meldet die Ukraine, dass der aktuelle Saatenstand der Rapspflanzen in einem guten Zustand ist. Die schwachen Kurse der Pflanzenöle ergänzen das Bild der weiter nachgebenden Preise. Das Rohöl bleibt ebenfalls unter Druck. Der IGC erwartet für 2017/18 eine weltweite Rapsernte von 69 Mio. t, das wären zwei Mio.t mehr als zur Ernte 2016. Für die EU sieht Strategie Grains eine Rapsernte von 21,4 Mio. t. Gegenüber 2016 ist das ein Plus von 6,5 Prozent. Das hängt aber noch vom weiteren Witterungsverlauf ab. Die Verarbeiter der Rapssaat suchen immer wieder Ware, sind aber im Großen und Ganzen gut versorgt und drängen nicht auf den Markt. (Ps)
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