Märkte am Mittag

Raps legt Rückwärtsgang ein

Gegen Mittag notiert der Mahlweizenkurs an der Pariser Börse zum Fronttermin November mit 194,50 €/t und damit 0,50 €/t schwächer als am Vortag. Der Rapspreis an der Matif unterliegt starken Schwankungen: Lag der Frontmonat November am späten Vormittag mit 1,25 €/t in den Miesen, so wurde der Future gegen Mittag mit 368,50 €/t bewertet, was einem dünnen Minus von 0,25 €/t gegenüber Vortag entspricht.

In Chicago notiert Mais uneinheitlich, Sojabohnen, -schrot und –öl schreiben rote Zahlen. Einzig die Weizenkurse an der Chicago Board of Trade liegen stabil im grünen Bereich. Die Analysten der Commerzbank führen die freundliche Tendenz bei Weizen auf gute Importnachfrage Chinas und Brasiliens zurück.

Maisernte bremst Vermarktung

Am deutschen Kassamarkt geht es unterdessen recht ruhig zu, wie Erfasser und Makler berichten. Zum einen haben einige Marktteilnehmer nach dem gestrigen Feiertag „Tag der Deutschen Einheit“ einen Brückentag genommen. Zum anderen sind Landwirte aktuell mit der Maisernte beschäftigt, was sie von der Vermarktung ablenkt.

Die hohen Antidumpingzölle, welche die EU auf importierten Biodiesel aus Südamerika erhebt, haben noch am Mittwoch zu deutlichen Kurssprüngen bei Raps an der Matif geführt. Aktuell haben die Kurse allerdings wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Die Prämienideen der Verkäufer sind infolge dieser Entwicklung deutlich angestiegen. Ergebnis ist, dass „zwischen Geld und Brief aktuell eine Lücke von bis zu 10 Euro je Tonne klafft“, erläutert ein Händler aus dem Nordwesten. Raps franko Salzgitter wird am Freitag mit 370 €/t (Geld) zu 378 €/t (Brief) bewertet.

Ob die Antidumpingzölle sich langfristig stützend auf den europäischen Rapsmarkt auswirken, daran hat der nordwestdeutsche Marktteilnehmer Zweifel: „Ich nehme an, dass dies noch politische Auseinandersetzungen nach sich ziehen wird, die zu einer Relativierung der Zölle führen werden. Grundsätzlich ist das aber schon ein stützendes Argument für den europäischen Rapsmarkt“, sagte er zu agrarzeitung.de.

Silomaiserträge enttäuschen

Der sich schon zu Beginn des Wirtschaftsjahres abzeichnende Trend, dass Roggen vermehrt Verwertung in der Biogasschiene finden wird, erfährt unterdessen mehr und mehr Bestätigung. Da die Silomaiserträge deutlich geringer als im Vorjahr ausfallen, sind die Betreiber der Biogasanlagen auf alternative Substrate angewiesen und fragen vermehrt Roggen nach. Ab Station im Raum Niedersachsen müssen die Biogasanlagen 150 €/t für Roggen anlegen. Die Maisernte hat unterdessen deutschlandweit begonnen. Marktteilnehmer im Süden gehen davon aus, dass die Hauptdruschphase dort Mitte des Monats eingeläutet wird.

Am Weizenmarkt fehlen aktuell neue Impulse. Marktteilnehmer sind nach wie vor überrascht, dass der Weizenpreis in Paris den deutlichen Sprung über die Marke von 190 €/t geschafft hat. Manch ein Abgeber, so heißt es, hat nun eine neue Zielmarke von 200 €/t im Blick. (pio)
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