Märkte am Morgen: Ölsaaten

Raps macht erneut Boden gut

Sojakomplex: Die beiden vorangegangenen Sitzungen fielen für den Sojakomplex durchwachsen aus. Zum Wochenschluss gaben die Kurse wieder nach und zehrten die Kursgewinne des Vortags mehr als auf. Heute Morgen sieht es für die Sojabohnen an der elektronischen Chicagoer Börse etwas freundlicher aus, denn das Wetter in den Mittleren Westen lässt Verzögerung bei der US-Sojabohnenernte erwarten.
 
Eine neue Runde von Analystenschätzungen bestätigen die hohen Erwartungen an die US-Sojabohnenernte. Informa erwartet eine Ernte von 109,3 Mio. t, das Brokerhaus FC Stone eine Produktion von 110,7 Mio. t und eine andere Analystengruppe geht sogar von mehr als 111 Mio. t aus.  
 
Auch die Erwartungen an die kommenden südamerikanischen Ernten bleiben hoch. Das brasilianische Handelshaus Safras+Mercado hält eine Sojabohnenernte von knapp 96 Mio. t für Brasilien für möglich. Es toppt die USDA-Prognose um rund 2 Mio. t. Im Vorjahr hatte Brasilien eine Sojabohnenernte von 86,7 Mio. t eingefahren.
 
Raps: Auf die schwachen Vorgaben des Sojakomplexes reagierte die Matif ausnahmsweise nicht. Die Kurse zogen zum Wochenschluss um 4,25 €/t für den November an und werden durch gute Nachfrage nach Rapsöl und bessere Verarbeitungsmargen unterstützt. Der Schlusskurs von 325 €/t für den November deutet zumindest eine kurzfristige Erholung am Rapsmarkt an.
 
Auch in Winnipeg notierte Canola-Raps erneut fester. Der November Kontrakt übersprang die psychologische Hürde von 400 Can-$/t. Statistics Kanada hat die diesjährige kanadische Rapsernte mit 14,1 Mio. t zwar um 200.000 t nach oben korrigiert, doch der Markt war von einer höheren Schätzung ausgegangen.
 
Rohöl: Die Talfahrt am Rohölmarkt hält an. Der WTI-Kurs fiel nach einer schwachen Sitzung unter 90 US-$/Barrel. Brent Crudöl schloss ebenfalls schwächer und verlor den vorangegangenen beiden Handelstagen knapp 2 US-$/Barrel. Die jüngste Preiskorrektur der Saudis zeigt immer noch Nachwirkungen. Hinzu kommt eine steigende globale Rohölproduktion. Schätzungen gehen davon aus, dass die allein die Opec im September die Produktion um 413.000 Barrel/Tag auf mehr als 30,9 Mio. Barrel/Tag gesteigert hat. Die Rohölförderung in den USA bewegt sich zudem auf den höchsten Stand seit 1986. (St)
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