Flächenschätzung

Raps tut sich in Frankreich schwer

Winterweichweizen wächst in Frankreich zur Ernte 2017 voraussichtlich auf rund 5,2 Mio. ha. Nach der am Montag veröffentlichten Schätzung der Statistikabteilung des Agrarministeriums in Paris (Agreste) wäre die Fläche genauso hoch wie im Vorjahr und 2,9 Prozent größer als im Fünfjahresdurchschnitt. Der Anbau von Winterdurum hat dagegen im Vergleich zum Vorjahr geringfügig verloren. Die Fläche von rund 360.000 ha ist aber immer noch um 5,1 Prozent größer als im mehrjährigen Mittel. Die Anbaufläche von Wintergerste ist im Vergleich zum sehr hohen Vorjahresniveau um 1,5 Prozent verringert worden, übersteigt mit gut 1,4 Mio. ha den Mittelwert der Jahre 2012 bis 2016 aber immer noch um 15 Prozent.

Größere Rapsflächen im Nordosten Frankreichs umbrochen

Großer Verlierer ist der Rapsanbau. Zur Herbstbestellung haben französische Landwirte die Fläche nach der Schätzung von Agreste um 7,1 Prozent auf rund 1,4 Mio. ha eingeschränkt. Im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt fehlen 5,3 Prozent. Die bislang größte Fläche war in Frankreich zur Ernte 2012 mit 1,6 Mio. ha Winterraps registriert worden. Als Grund für die neuerliche Einschränkung im Herbst 2016 nennt Agreste das trockene Wetter zur Aussaat. Besonders betroffen war der Nordosten Frankreichs. Einige Flächen, die ausgesät worden sind, mussten nach Angaben der Statistikbehörde umbrochen werden. Deswegen könnte es sein, dass an der französischen Rapsfläche noch weitere Abstriche gemacht werden müssen.

Raps hat in vielen EU-Ländern einen schweren Start

Ungünstig waren die Aussaatbedingungen für Raps auch in Polen und Deutschland, berichtet Oil World ergänzend. Die Hamburger Ölsaatenexperten rechnen damit, dass die schwachen Rapsbestände gefährdeter für Auswinterung sind. In England war es ebenfalls zur Aussaat zu trocken. Außerdem plagt die britischen Farmer der Schädlingsdruck, der sich durch Beizmittel kaum noch eingrenzen lässt. Die Anbauflächen in Deutschland, Polen und im Vereinigten Königreich dürften nach den bisherigen Informationen zur Ernte 2017 im Vergleich zum Vorjahr etwas eingeschränkt worden sein. Oil World geht deswegen davon aus, dass die Rapsernte der EU-28 in diesem Jahr nicht wesentlich mehr als das schwache Vorjahresergebnis bringen wird. (db)
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