Märkte am Mittag

Raps verliert in der Spitze




Dunkle graue Wolken und heftiger Wind sind die ständigen Begleiter heute auf der Flurfahrt des Landhandelsunternehmens Lippe Agrar auf dem Gronhof in Bad Salzuflen. Betriebsleiter Axel Kroos stellt zusammen mit namhaften Saatgutanbietern seine Versuchsfelder von Raps, Weizen und Gerste vor. Neu dazugekommen sind in diesem Jahr die Zuckerrrüben. Damit verdeutlicht Lippe Agrar die steigende Bedeutung des Rübenanbaus in der Region Ostwestfalen und veranstaltet zusammen mit der Zuckerrübenfabrik Pfeifer & Langen und dem Beratungsdienst LIZ den Feldtag.

Die beiden Geschäftsführer von Lippe Agrar, Fritz Köster und Schmuck haben mit der Zuckerrübe keine Berührungsängste. „Wir nehmen die Wünsche unserer Kunden ernst, die mehr Zuckerrüben anbauen wollen“, heißt es unisono. Die Landwirte vertrauen auf die kompetente Beratung und den Verkauf von Pflanzenschutzmitteln bei Lippe Agrar.

Die Vermarktung des Wirtschaftsjahres 2016/17 war von einer großen Nachfrage nach Futtergetreide in der Veredlungsregion Südoldenburg geprägt. Dies sei auch auf das fehlende Angebot aus Großbritannien und Frankreich zurückzuführen. Der B-Weizen für die neue Ernte sei vielversprechend. Der aktuelle Kurs liegt bei 160,00 bis 165,00 ab Hof im Raum Westfalen.

Die Zuckerrübenfabrik Pfeifer & Langen verzeichnet im ersten Jahr ohne Anbauquoten eine große Ressonanz in der Landwirtschaft. Die Rübenanbaumenge dürfte zwischen 30 und 40 Prozent auf 1 Mio. t steigen. Dafür dürfte deutlich weniger Mais angebaut werden, erwartet Lippe Agrar Geschäftsführer Köster. Der Rapsanbau sei rückläufig, Weizen hingegen sei stabil geblieben. In diesem Jahr erwarten die Landhändler eine gute bis stabile Ernte. Etwas Sorgen bereitet die Trockenheit. In Westfalen ist im Gegensatz zum übrigen Deutschland in den vergangenen Wochen zu wenig Regen gefallen. Insgesamt ist der Krankheitsdruck gering bis normal. Weiterhin Probleme bereitet der Schädlingsbefall in Raps.

Durch das Fehlen der neonicotinoiden Beizen nehmen die Kalamitäten durch verstärkten Blattlausbefall zu. Selbt der in Vergessenheit geratene Wasserrübenvergilbungsvirus tritt wieder auf. „Die Spitze in Raps was den Ertrag betriffe, sei raus, sagt Schmuck. Der Frost im April aber auch der Befall von Rapsglanzkäfer habe Spuren hinterlassen, die jetzt durch taube Schoten erkennbar werden. Der Rat der Agrarhändler geht in Richtung abwarten und einlagern, was die Vermarktung der neuen Ernte betrifft. Die Kontraktofferten bewegen sich zwischen 340 und 350 €/t.

An der Matif scheinen sich die mäßigen Ertragsaussichten herumzusprechen. Der Augusttermin notiert bei 357,50 €/t, das sind 2,25 €/t mehr als am Vortag. Weizen verbessert sich ebenfalls uns legt für den Dezember um 1,25 auf 172,25 €/t zu. (da)
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