Ernteprognose

Rapserträge haben gelitten


Die Rapsbestände in Europa haben mit Kälte und Trockenheit zu kämpfen.
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Die Rapsbestände in Europa haben mit Kälte und Trockenheit zu kämpfen.

Innerhalb von zwei Wochen hat sich die Aussicht für die europäische Rapserzeugung deutlich eingetrübt. Oil World schätzt 2017 nur noch ein Ergebnis von 21,0 Mio. t. Im Vergleich zur Erwartung von vor zwei Wochen haben die Hamburger Analysten 300.000 t gestrichen. Auch der Internationale Getreiderat (IGC) hatte vor wenigen Tagen seine bisherige Rapsprognose für die EU um 200.000 t nach unten gesetzt. Der IGC rechnet jetzt für 2017 mit 21,3 Mio. t.

Prognosen waren schon optimistischer

Wesentlich optimistischer ist bislang die EU-Kommission. Sie hatte vor etwa zehn Tagen in ihrer Vorhersage eine EU-Rapsernte von 22,2 Mio. t ausgewiesen. Dieser Annahme zugrunde lag die Einschätzung des EU-Prognosedienstes MARS, der im April noch von leicht überdurchschnittlichen Rapserträgen im EU-Durchschnitt ausgegangen ist. Allerdings hatten die Brüsseler Experten vor zehn Tagen bereits darauf hingewiesen, dass die Mischung aus Kälte und Trockenheit nach Ostern durchaus den Rapserträgen geschadet haben könnte.

Deutsche Erträge unterdurchschnittlich

Solche Einbußen hält Oil World mittlerweile für recht wahrscheinlich, weil das Ertragspotenzial in den vergangenen beiden Wochen offenbar gelitten hat. In Deutschland erwarten die Ölsaatenspezialisten 2017 nur noch einen durchschnittlichen Rapsertrag von 3,7 t/ha. Das ist zwar mehr als im mageren Vorjahr (3,5 t/ha), aber weniger als im Mittel der zurückliegenden fünf Jahre (4,0 t/ha). Da in Deutschland auch die Fläche auf niedrigem Niveau stagniert, wäre die deutsche Ernte nach der jetzigen Oil-World-Schätzung mit 4,9 Mio. t ebenfalls unterdurchschnittlich.

Frankreich doppelt getroffen – Polen steht besser da

In Frankreich treffen die voraussichtlich schwachen Erträge zusammen mit einer deutlichen Flächeneinschränkung. Französische Landwirte konnten im Herbst wegen Trockenheit weitaus weniger Raps säen als geplant. Deswegen könnte in Frankreich die Ernte 2017 sogar noch kleiner werden als die bereits schwache Vorjahresernte. In Polen sieht es etwas besser aus. Oil World rechnet mit einer mittleren Ernte. Es hat im zurückliegenden Winter nicht so heftige Auswinterungen wie ein Jahr zuvor gegeben. Nach einem Bericht des Statistikamtes in Warschau sind in Polen in der aktuellen Anbausaison etwa 1,1 Prozent der Rapsanbauflächen erfroren. Allerdings waren die Frostschäden regional ausgeprägter. In der Wojewodschaft Wielkopolskie (Großpolen) berichtet das Statistikamt von 4 Prozent Auswinterung. Höher mit 6 Prozent war der Anteil in der an Brandenburg angrenzenden Wojewodschaft Lubuskie (Lebus). (db)
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