Wetterrisiken

Rapsmarkt bleibt eng versorgt

Einen relativ geringen Anstieg um maximal 1,4 bis 1,8 Mio. t stellen die Analysten von Oil World für die EU-Rapsernte 2017 in Aussicht. Die Ölmühlen könnten wesentlich mehr gebrauchen. Sie müssen bereits in der laufenden Saison nach der sehr kleinen EU-Rapsernte 2016 von nur rund 20,0 Mio. t die Verarbeitung drosseln.

Zu trocken oder zu nass

Viele europäische Landwirte hätten gerne mehr Raps gesät, doch die Bedingungen im Herbst waren ungünstig. In großen Anbauländern wie Deutschland, Frankreich, England und Polen war es zu trocken, anderenorts – wie etwa in Rumänien – zu nass. Oil World geht davon aus, dass zur Ernte 2017 die EU-Rapsfläche zwar um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf gut 6,6 Mio. ha anwachsen wird. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass auf diesen Flächen hohe Erträge geerntet werden können, ist getrübt. Wegen der häufig verspäteten Aussaat sind die Pflanzen oft nicht gut entwickelt und damit anfällig für Auswinterungen. Erst am Montag hat auch der EU-Prognosedienst MARS vor solchen Risiken für alle Wintersaaten gewarnt.

Importangebot bringt 2017 Entlastung

Für den eng versorgten EU-Rapsmarkt war bislang auch das Importangebot knapp, denn im wichtigen Lieferland Ukraine ist 2016 ebenfalls wenig Raps geerntet worden. Die Hoffnungen der Importeure richten sich jetzt auf Australien, wo mit 3,6 Mio. t eine ansehnliche Rapsernte eingebracht werden soll. Sie wäre um 22 Prozent größer als im Vorjahr. Außerdem hat Kanada 2016 eine Rekordernte eingebracht. Oil World schätzt sie mittlerweile auf 19,2 Mio. t. Die offizielle Schätzung in Kanada ist mit 18,4 Mio. t nicht ganz so euphorisch.  (db)
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