Märkte am Mittag

Rapspreise in der Findungsphase

Nach dem deutlichen Kursanstieg zu Wochenbeginn schwächeln die Kurse für Weizen und Raps an der Matif. Der Mahlweizen-Kontrakt an der Pariser Börse liegt heute Mittag 2 €/t im Minus und wird mit 250,25 €/t bewertet. Der folgende November-Termin ist 1,25 €/t schwächer als vor dem „Tag der Arbeit“ und notiert bei 212 €/t. Der neue Frontmonat August bei den Pariser Rapssaat-Futures notiert bei 433,75 €/t 0,50 €/t im Minus; die folgenden Termine geben deutlicher nach.

Der deutsche Kassamarkt für Rapssaat sucht Orientierung, seitdem der alterntige Termin Mai an der Matif am Dienstag von Bord gegangen ist. Marktteilnehmer hierzulande berichten von Prämien zwischen 30 und 40 €/t auf den Matif-Termin August. „Der Markt muss sich jetzt erst einmal finden“, kommentiert ein Händler aus der Mitte Deutschlands die Unsicherheit, ob damit der Rapsmarkt korrekt abgebildet ist.

Geld und Brief auf Abstand

Die Geschäftstätigkeit beschreiben Gesprächspartner aus dem Nordosten, Nordwesten und der Mitte Deutschlands als ruhig. Dazu trägt zum einen der Feiertag am 1. Mai bei. Einige Marktteilnehmer haben sich wohl zwei Brückentage zum Wochenende hin gegönnt und fallen daher als potenzielle Handelspartner aus. Zum anderen hat die Preisrally in Chicago zu Beginn der Woche den „Stellungskrieg“ zwischen Verkäufern und Käufern verschärft, wie es ein Einkäufer aus dem Verarbeiterlager beschreibt: „Die Abgeber sehen sich in ihren Hoffnungen auf weiter steigende Preise gestärkt, die Abnehmer wollen die Hoffnungen auf fallende Preise nicht aufgeben.“

B-Weizen, franko Hamburg, Basis Mai wird heute mit einem Geldkurs von 254 €/t bewertet. Für A-Weizen ist ein Aufgeld von 6 €/t erzielbar. Futterweizen franko Westfalen für Mai/Juni wird mit 262 €/t (Geld) zu 264 €/t (Brief) bewertet. Marktteilnehmer aus dem Nordwesten beschreiben sowohl Angebot als auch Nachfrage als „begrenzt“.

Bestände in guter Verfassung

Die neue Ernte wird aktuell wenig besprochen. Für B-Weizen, franko Hamburg, Basis September, wird eine Prämie von 5 bis 6 €/t auf den Matif-November-Termin genannt. Für die neue Ernte gelten die Preisfantasien nach oben als begrenzt: „Wenn hier nichts Außergewöhnliches passiert, können die Preise nicht deutlich nach oben laufen“, verlautet es aus Verarbeiterkreisen.

Die Sorgen um Ertragsrückgänge durch den langen Winter und die verzögerte Entwicklung der Pflanzen relativieren sich zusehends. Der Saatenstand für die neue Ernte gilt als gut. Die Verzögerung in der Vegetation schrumpft je nach Region auf eine Woche bis 14 Tage zusammen.

Am kommenden Freitag geht der Frontmonat Mai für Mahlweizen an der Matif von Bord. In dieser Woche hat der Preisabstand zum folgenden Novembertermin um die Marke von 40 €/t gependelt. Marktteilnehmer haben diese Spanne mit dem nahenden Kontraktwechsel im Blick. (pio)
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