Märkte am Morgen: Ölsaaten

Rapspreise weiter unter Druck

Sojakomplex: Spekulative Käufe der Fonds und eine Gegenbewegung auf die schwachen Vortage brachten die Sojabohnen wieder etwas nach oben. Die Mai-Bohne legte 4,2 Cent/bushel auf 9,50 US-$/bushel zu. Sojaschrot verlor mit Spread gegen festeres Sojaöl 1,4 US-$ und der Mai notierte mit 311 US-$/short ton. Die weitere Preistendenz wird konträr beurteilt: ein Rückgang der Chicagoer Bohnen-Notierungen auf unter 9 US-$/bushel halten einige Marktexperten für möglich, andere sehen die bärischen Tendenzen weitgehend eingepreist.
 
Für die Ukraine lassen sich für die kommende Ernte nach Einschätzung von UkrAgroConsult niedrigere Sojabohnenerträge als im Vorjahr erwarten. Dadurch könnte die Sojabohnenernte der Ukraine mit 4,12 Mio. t etwa 160.000 t kleiner als im Vorjahr ausfallen, so die Prognose. Für die laufende Kampagne taxiert die Beratungsorganisation die ukrainischen Bohnenexporte auf 2,8 Mio. t.
 
Raps: Der Druck auf die Rapsnotierungen an der Matif setzte sich fort. Der Mai verlor 1,25 €/t und fiel auf gut 395 €/t. Die neue Ernte gab bis zu 2,25 €/t nach. Der August schloss knapp unter 367 €/t. Schwache Rohöl- und Palmölpreise, Druck vom Kassamarkt und der an den cif-Standorten reichlich verfügbare australische Raps setzten den Rahmen.
 
Im Gegensatz dazu setzte sich in Winnipeg die festere Tendenz für Canola fort. Der Mai machte noch einmal 4,30 Can-$/t auf rund 517 Can-$/t zu. Währungseinflüsse und die noch immer nicht vollständig geborgen Rapsernte des Vorjahres sowie festeres Sojaöl und gute Inlandsnachfrage nach Canola halfen. Agenturberichten zufolge wollen die kanadischen Farmer in diesem Jahr ihren Canola-Anbau um 4,6 % ausweiten.
 
Palmöl: Die Notierungen in Malaysia schlossen knapp behauptet. Heute Morgen zeichnet sich eine Gegenreaktion und eine Erholung ab. Die Kurse in Malaysia legen in Kuala Lumpur mehr als 30 MYR zu.
 
Rohöl: Mit einer schärferen Korrektur verloren die westlichen Ölsorten knapp 2 US-$/Barrel. Brent-Crudeöl fiel auf unter 53 US-$. Gewinnmitnahmen und wenig Vertrauen in eine nachhaltige Angebotseinschränkung aufgrund der steigenden Rohölproduktion der USA drückten. Die USA produzieren derzeit 9,25 Mio. Barrel Rohöl pro Tag und haben ihre Förderung auf den höchsten Stand seit August 2015 ausgeweitet. (St) 
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