Märkte am Morgen: Getreide

Ratlosigkeit macht sich breit

Weizen: Die Verluste an den Warenterminbörsen werden zum Dauerthema. Am Tag eins nach der Veröffentlichung der September-Zahlen über Angebot und Nachfrage von Getreide (World Agriculture Supply and Demand, Wasde) durch das US-Landwirtschaftsministeriums tritt der Handel auf der Stelle. US-Analysten vergleichen die Abwärtsentwicklung bei Weizen und Mais sogar mit dem Katastrophenfilm „Der Sturm“.

„Es gibt Rekorderträge bei Mais und Sojabohnen und Weizen, wo soll der Trend noch hingehen", fragen sich Börsianer. Auf mittelfristige Sicht wird mit keiner Änderung der bärischen Stimmung gerechnet. Am vergangenen Freitag verliert Weizen sowohl an der CBoT als auch an der Matif in Paris. Dort liegt der Schlusskurs bei mittlerweile 162,75 €/t.

Für diese Woche sind heftige Regenfälle im Corn-Belt vorhergesagt. Hier werden Ernteschäden nicht ausgeschlossen, die noch nicht im Wasde-Bericht erfasst wurden. 
 
Algerien hat in der abgelaufenen Woche rund 400.000 t Weizen aus Nordeuropa gekauft. Die Herkünfte sind optional, doch dürften darunter Deutschland, Polen, Schweden sowie Finnland sein. Die Lieferung ist auf Dezember/Januar terminiert. Die staatliche OAIC zahlt 254,50 US-$/t.

Mais: Die weitaus höher als schon erwarteten Ernteschätzungen der USDA-Marktforscher macht eine Vorhersage über die weitere Preisentwicklung schwierig. Nun geht es um die Frage, wie die globalen gigantischen Mengen unterbracht werden sollen angesichts der schwächelnden Wirtschaftslage in der EU als auch in China.

So könnte es in den USA neue Standards für den Einsatz von Mais in Ethanol geben, um die große Menge zu verarbeiten. Zudem bereitet rd Sorgen, wie die bevorstehende Riesenernte logistisch zu bewältigen ist. So werden in den USA umfangreiche Lieferungen per Bahn aus dem Corn-Belt in die Verarbeitungsgebiete transportiert. Die Kapazitäten sind begrenzen.

An der Börse in Chicago konnte Mais für September die Abwärtsspirale stoppen und endete mit leichten Gewinnen. Der Kontrakt schloss bei 339 Cents/bushel. Auch an der Matif legte Mais um 1,50 auf 140,25 €/t zu. (da)
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