Märkte am Mittag

Regen verzögert Erntebeginn


Abwarten heißt die Devise an den Märkten in Österreich, Italien und Ungarn. Reichlich Regen und niedrige Temperaturen bringen die Getreide- und Maisbestände nicht in Schwung, sie bleiben regelrecht "stecken." Der Erntestart wird sich in diesen Ländern um mindestens zwei Wochen verzögern. "Vor Ende Juni bis Anfang Juli werden wir aus Ungarn und Österreich keine Gerste sehen", meint ein Pflanzenbauer.

Verspäteter Druschbeginn in Frankreich

Auch in Italien und Frankreich dürfte die Ernte erst in vier Wochen und damit später als in Normaljahren beginnen. Aus Rumänien wird Ende Juni mit erstem Weizen zu rechnen sein, schätzen Marktteilnehmer aus Österreich.

Unterdessen melden vor allem die Verarbeitungsbetriebe in Italien noch Anschlussbedarf an Mahlweizen bis zur Ernte. Doch kommen nur vereinzelt alterntige Partien auf den Markt. Dagegen melden Händler aus Österreich noch Lagerbestände an Premiumweizen mit Proteingehalten von 14 bis 17 Prozent. Dieser ist jedoch schwer zu verkaufen, die Mengen sind den Käufern zu klein. Die Offerten in Österreich für Premiumweizen schwanken je nach Eiweißgehalt zwischen 215 bis 230 €/t.

Unsicherheitsfaktor Proteingehalt

In Österreich wird gegenüber dem schwachen Vorjahr eine mengenmäßig gute bis sehr gute Ernte bei Weizen erwartet. Ein großes Fragezeichen liegt jedoch über der Höhe des Proteingehaltes. Der Futterweizenanfall dürfte höher liegen, denn regional regnet es in die Blüte der Pflanzen. Futterweizen wird für die neue Ernte mit 175 bis 180 €/t fca in Österreich aufgerufen. Das Interesse an Vorkontrakten ist bei Weizen generell gering. Die Kurse für neuerntigen Weizen aus Österreich und Italien sind nur geringfügig niedriger als die akutellen Notierungen für alte Ernte. Dies wird mit dem späten Erntebeginn und die Unsicherheit über die Qualitäten erklärt.

In Österreich gibt es zudem an diesem Mittwoch ein großes Stelldichein der Branche bei der Eröffnung der neuen Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf bei Wien. Dort werden künftig 250.000 t Weizen erst zu Bioethanol und anschließend die Nebenprodukte zu Stärke verarbeitet.

Zurück in Deutschland ist der Markt sehr ruhig. Wichtige Wasserstrassen wie die Elbe und teilweise auch der Mittellandkanal sind Richtung Hamburg wegen des Hochwassers unterbrochen. In Hamburg notiert B-Weizen mit 226 €/t unverändert. Ein Minus von 1 €/t gibt es bis zum Mittag aus Paris zu melden. Der Novemberkontrakt schrammt nun mit 200,50 €/t an die Marke von 200 Euro.

Immer mehr Ölmühlen verabschieden sich nun für Revisionsarbeiten vom Markt. Raps an den Matif gibt leicht mit 1,25 €/t auf 423,50 €/t für den Augusttermin nach. (da)
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