Märkte am Mittag

Reichliches Angebot drückt Preisniveau

Die schwächeren Proteinwerte, die um etwa 1 bis 1,5 Prozent unter den Vorjahreswerten liegen, führen zu einem geteilten Markt. Die Hektoliter-gewichte sind in Ordnung. Bei den noch zu erntenden Partien dürfte es zunehmend Fallzahlprobleme geben.

Die Weizenanlieferung an den Erfassungshandel sowie an die Verarbei-tungsindustrie ist reichlich und liegt, trotz der vergleichsweise niedrigeren Erzeugerpreise, häufig über dem Niveau früherer Jahre. Zum einen wird dies mit logistischen Problemen beziehungsweise mit begrenzten Lagerka-pazitäten erklärt, zum anderen hängt dies aber auch mit höheren Feuch-tigkeitswerten zusammen.

Die Mühlen sind in der vorderen Position insgesamt offensichtlich gut ver-sorgt. Man interessiert sich beim B-Weizen lediglich für besonders preis-werte Partien und auch nur dann, wenn die Qualitäten stimmen.

Besser ist das Interesse für Aufmischweizen. Aber auch hier lassen sich längst nicht alle Forderungen durchsetzen. Teilweise wird von einem re-gelrechten Pokern berichtet. Die Verkäufer wollen inzwischen nicht aus-schießen, dass sich die Prämien für Qualitätsweizen deutlicher stabilisieren könnten. Dieser Meinung schließen sich die Verarbeiter nur bedingt an.

Aktuell erhalten die Landwirte für A-Weizen im Schnitt etwa 154 €/t netto. Dabei gibt es aber stärkere regionale Schwankungen. B-Weizen wird mit 149 €/t abgerechnet. Futterweizen erzielt auf Erzeugerebene kaum noch 137 €/t. Dabei wird Futterweizen in der vorderen Position nur wenig be-sprochen.

Anfragen gibt es allerdings für Anschlusstermine sowie für das kommende Jahr. Aufgrund des erhöhten Anteils an schwächeren Weizenqualitäten gibt es häufig Differenzen zwischen Geld- und Briefkursen. Der Preis für Weizen an der Matif ist seit gestern stabil bei 172,50 €/t. (HH)
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