Märkte am Morgen: Ölsaaten

Rekordexport treibt Sojapreis

Sojakomplex: In Chicago sorgten beeindruckende wöchentliche US-Exportanmeldungen für neuen Auftrieb. Die Sojabohnenexporte aus der Ernte heraus laufen auf Höchsttouren und die 3,1 Mio. t Exportverladungen oder in der Abwicklung befindlichen Partien stellen einen neuen Rekord in der Geschichte der US-Exporte dar. Auch die Ölmühlen in den USA heizen die Nachfrage kräftig ein. Mit einer Verarbeitung von 4,3 Mio. t Sojabohnen im Oktober stellten sie ebenfalls eine neue Rekordmarke für den Monat Oktober auf.  
 
Die stramme Nachfrage ließ die Chicagoer Sojanotierungen wieder ansteigen. Die Januarbohne legt 13,6 Cent/bushel und Dezember-Schrot 7,2 US-$/short-ton zu.
 
In den USA geht die Sojabohnenernte dem Ende zu. Am Wochenanfang waren 94 Prozent der Flächen geräumt. Nun dürfte kaum etwas anbrennen. In Brasilien ist die  Sojabohnenaussaat sehr gut vorangekommen. Nach Beobachtungen des Handelshauses Safras&Mercado waren am Wochenanfang 64 Prozent der brasilianischen Sojabohnen im Boden, im Mato Grosso sogar 84 Prozent. Die die Aussaat liegt  nunmehr nur noch nur noch 9 bis 10 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt.
 
Raps: Raps wechselte je nach Stand der Chicagoer Sojabohnennotierungen die Vorzeichen. Zum Börsenschluss konnten sich die Kurse gut behaupten, der Februar legte 0,75 €/t zu und schloss mit 336,50 €/t. Auch in Winnipeg kamen den Canola-Notierungen die festeren Vorgaben aus Chicago zugute. Der Januar notierte ein Plus von 3,50 Can-$/t.  
 
Eine etwas kuriose Meldung betrifft Rapsschrot. Ein großer US-Verbraucher soll Berichten zufolge 25.000 t Rapsschrot in Deutschland gekauft haben, da das Schrotangebot aus Kanada anscheinend sehr überschaubar ist.  

Rohöl: Die Vortagsrallye kam ins Stocken. Die beiden wichtigen Ölsorten gaben etwas nach. Schwache Wirtschaftsdaten aus Japan drückten auf die Kurse, denn Japan schlittert in eine Rezession. In der Opec halten die hektischen diplomatischen Aktivitäten verschiedener Ölminister vor dem Treffen in Wien an. Saudi-Arabien zeigt angeblich wenig Neigung, seine Rohölproduktion zurückzufahren.
 
Die internationale Energieagentur IEA hat das in der Vorwoche ihre Prognose für den Bedarf an Opec-Öl für 2015 um 1,4 Mio. auf 29,2 Mio. Barrel pro Tag  zurückgenommen. Aufgrund der verhaltenen Rohölnachfrage geht die IEA weiter von schwachem Rohölpreisen aus. (St)
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