Märkte am Mittag

Roggen bleibt unverkauft im Lager

In der Hoffnung auf bessere Preise lagern Landwirte auch den jetzt gedroschenen Roggen zunächst ein. Mühlen zeigen kein Interesse an Kontrakten. Brotroggen wird kaum gehandelt. In Ostdeutschland ist  der Roggenpreis auf einem sehr niedrigen Niveau angekommen. Mit rund 125 €/t sind die Erzeugerpreise so schwach wie zuletzt 2010. Für Futterroggen werden Gebote von 115 €/t für die Abgeber genannt. Auch hier wollen Landwirte die Ware zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen.

Die schwache Tendenz setzt sich ebenfalls an der Matif in Paris fort. Weizen hält sich mit 180,50 €/t für den Novemberkontrakt nur knapp oberhalb der 180er-Marke. Raps für August gibt zum Wochenschluss um 1,75 auf 317,50 €/t nach.

Insgesamt kommt die Roggenernte in Norddeutschland nur schleppend voran. Während im Süden Niedersachsens und in Sachsen-Anhalt der Drusch schon weit fortgeschritten ist, sind weiter nördlich weniger als ein Viertel der Flächen geräumt. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben die Landwirte den ersten Roggen auf leichten Standorten gedroschen. Vereinzelt wurde der Drusch erschwert, weil die Pflanzen zwar reif erschienen aber das Stroh noch recht feucht war.

Nahezu abgeschlossen ist die Roggenernte in Brandenburg. Mit den Erträgen sind die Landwirte meist zufrieden, die Hoffnungen auf eine Rekordernte haben sich aber nicht erfüllt. „Wir liegen über dem langjährigen Durchschnitt, aber etwas unter dem Ergebnis des Vorjahres“, so ein Vertreter des brandenburgischen Bauernverbandes. Ähnliche Tendenzen zeigen sich in den anderen norddeutschen Bundesländern. Trotz der jüngsten Niederschläge bereiten die Fallzahlen bisher keine Probleme. Mutterkorn tritt nur vereinzelt auf. (SB)
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