Märkte am Mittag

Roggen wandert in Biogasanlagen

Nahezu täglich finden derzeit bundesweit Feldtage statt. Dort können sich Landwirte von den Versuchsfeldern von Beratung, Industrie und Handel einen guten Überblick über den Stand der Kulturen machen. Die anhaltende Trockenheit ist bundesweit Thema Nummer eins. Die früheren Winterkulturen schlagen sich wacker, während der Weizen zur Schwäche neigt. Die Gerste dürfte in den Frühdruschgebieten in 10 bis 14 Tagen geerntet werden. Weizen geht jetzt in die Kornfüllungsphase. Allerdings dürfte die Ausbeute aufgrund von fehlenden Niederschlägen gering sein.

Immer mehr Betriebe wollen Roggen als Ganzpflanzensilage an die Biogasanlage verkaufen. Grund sind die extrem niedrigen Kurse, die für Roggen aufgerufen werden. Die Erträge werden als ausreichend betrachtet. Die Kultur übersteht die strapaziöse Witterung vergleichsweise mit am besten. Hier werden auch auf den extensiven Böden durchschnittliche Erträge erwartet.

Die Abgabebereitschaft für alle Getreidearten ist auf dem Nullpunkt angelangt. Aufgrund der optimistischen Schätzungen zur Weltgetreideproduktion des US-Landwirtschaftsministeriums am vergangenen Dienstag gab es auch am heutigen Freitag an der Pariser Börse Matif kaum Veränderungen. Der September-Weizen sinkt um 1,25 € auf 179,00 €/t. Die Kassakurse liegen für A-Weizen im Bundesdurchschnitt bei rund 170 €/t.

Für Überraschung dürfte zur Ernte der Raps sorgen. Die Erntemenge dürfe weit weniger als im Vorjahr betragen. Dennoch muss Raps am Freitag mittag Federn lassen und gibt um 1,25 € auf 368,75 €/t nach. (da)
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