Märkte am Mittag

Roggenpreis auf Weizenniveau

Im Süden steigt die Spannung hinsichtlich der zu erwartenden Mengen, Qualitäten und Preise der neuen Ernte. Die Ernteaussichten sind weiterhin meist recht gut. Regional und vor allem auf den leichten Standorten bereiten jedoch fehlende Niederschläge den Landwirten etwas Sorge. „Menge und Qualität sind noch nicht im Lager", bringt es ein unterfränkischer Landwirt auf den Punkt.

Die Preismeinungen für Weizen tendieren auch in der verkürzten Handelswoche eher schwächer. Als Erzeugerpreise für neuen B-Weizen werden im Schnitt um 160 €/t netto, frei Erfassungslager genannt. Diese Gebote locken Landwirte nicht aus der Reserve. Die Verarbeiter halten sich ebenfalls bedeckt, zumal sie noch immer alterntigen Weizen zu gedrückten Notierungen kaufen können. Ihre aktuelle Versorgung beschreiben sie als durchaus komfortabel. Negativ auf die Preisentwicklung für Backweizen wirken zudem die niedrigen Gebote des Lebensmittelhandels für Mehl. Die Verhandlungen zwischen den Marktbeteiligten sind noch nicht abgeschlossen.

Franko Mühle sind für B-Weizen ex Ernte zwischen 175 bis 179,00 €/t m Gespräch. Bei Lieferung September/Dezember werden um 179 bis 180 €/t genannt. Inzwischen wird teilweise auch Brotroggen aus der kommenden Ernte etwas besser angeboten. Die Preismeinungen bewegen sich bei entsprechender Backqualität ex Ernte zwischen 175 bis 180 €/t franko.

Erste repräsentative Erntemeldungen für Wintergerste aus Österreich und Ungarn haben die positiven Prognosen weitgehend bestätigt. Das Angebot ist schon jetzt reichlich und die Preise tendieren noch schwächer, bestätigt ein Händler. Vor diesem Hintergrund können zum Beispiel die italienischen Abnehmer günstig einkaufen. Marktbeobachter sehen deshalb die Exportmöglichkeiten aus Süddeutschland ex Ernte stark eingeschränkt.

An der Warenterminbörse Matif laufen die Kurse etwas auseinander. Der Weizenkontrakt November legt im Vergleich zum Vortag leicht zu und notiert heute zur Mittagszeit bei 188,75 €/t. Raps hält sich knapp oberhalb von 350 €/t. Der August-Kontrakt hat etwas von den Gewinnen des Vortages abgeben müssen. (HH)
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