Erntedruck

Roggenpreise in Polen auf Talfahrt

Alterntiges Getreide ist in Polen nach Angaben der Wirtschaftskammer für Getreide und Futtermittel kaum noch im Angebot. Roggen soll ausverkauft sein, berichtet die Organisation in dieser Woche. Aber auch die Nachfrage der Verarbeiter sei äußerst gering, weil die Fabriken auf die neue Ernte warten.

Für Verkäufe der restlichen alterntigen Partien Brotweizen hat die Kammer Preise je nach Qualität von umgerechnet 181 bis 188 €/t franko ermittelt. Die Mischfutterwerke zahlen nach diesen Angaben für Futterweizen je nach Region 174 bis 186 €/t und für Mais 174 bis 181 €/t franko.

Die Kurse von neuerntigem Getreide sind deutlich niedriger angesiedelt. Deswegen sprechen Landwirte und Händler zurzeit nur über mögliche Preise, ohne dass Umsatz dahinter steht, beobachtet die Kammer. Sie nennt für Futterweizen je nach Region umgerechnet 154 bis 174 €/t. Die Roggengebote sind auf 120 bis 130 €/t für Brotqualität gefallen. Für Futterroggen sind es nur noch etwa 115 bis 125 €/t. Ukrainischer Futterweizen spielt dagegen keine Rolle. Er ist nach den Preiserhebungen der Kammer mit 174 bis 176 €/t frei Grenze teurer als der polnische Weizen.

"Es gibt Anzeichen dafür, dass die Getreideerzeuger die niedrigeren Preise akzeptieren müssen", heißt es bei der Wirtschaftskammer für Getreide und Futtermittel, die zur Begründung die hohe Ernteerwartung anführt. In Polen schätzt der europäische Verband Coceral die Getreideernte 2014 auf 28,1 Mio. t. Sie wäre nur etwa 1 Prozent kleiner als das überdurchschnittliche Vorjahresergebnis. Nach Arten gibt es jedoch unterschiedliche Tendenzen. Die Weizenernte könnte etwa gleich groß wie 2013 werden, wogegen deutlich weniger Roggen ansteht. Dafür erwarten die polnischen Landwirte mehr Gerste und Mais. (db)
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