Märkte am Morgen: Ölsaaten

Rohöl erholt sich weiter

Sojakomplex: Die gedrückte Tendenz für Sojabohnen und Schrot hält an. Nach einer wechselhaften Sitzung schließt die Bohne noch knapp behauptet, Sojaschrot gibt im Frontmonat 2 US-$/short-ton und für die weiteren Termine noch etwas mehr nach. Die ansehnlichen wöchentlichen US-Exportverladungen von 1,7 Mio. t Sojabohnen tragen zumindest etwas zur Minimierung der Tagesverluste bei. Immerhin haben die USA in dieser Kampagne bereits 37,5 Mio. t Sojabohnen verladen oder in der Abwicklung. Die Zahl übertrifft den Vorjahreswert um 19 Prozent.
 
In Südamerika sieht es für die heranwachsende Bohnenernte ziemlich problemlos aus. Lediglich im Nordosten Brasiliens ist es zu trocken. In den wichtigsten brasilianischen Anbaugebieten hat es geregnet und 75 Prozent der Brasil-Bohnen sollen Niederschläge bekommen haben. Auch in Argentinien kommt derzeit mehr Regen als üblich herunter und begünstigt das Wachstum der Sojabohne.  
 
Raps: Der Mai-Kontrakt erlebte seinen ersten Tag als Frontmonat in einem volatilen Umfeld. Die wechselhaften Sojabohnennotierungen schlugen auf die Matif durch und Raps wurde in einer Bandbreite von 6,25 €/t gehandelt. Bei Börsenschluss bleibt der Mai nach einem Kursverlust von 0,75 €/t bei 348,75 €/t stehen. Die Umsätze waren nur unterdurchschnittlich. Druck kommt auch vom physischen Markt und den kaum noch kostendeckenden Schlaglöhnen der Ölmühlen auf.
 
Vom Palmöl-Markt kamen keine Vorgaben, denn die Börse in Malaysia war gestern und bleibt heute geschlossen. In Winnipeg gab Canola-Raps wider nach. Der Frontmonat verlor trotz festerem Chicagoer Sojaöl 2 Can-$/t.
 
Rohöl: Für Rohöl deutet sich eine stabilere Tendenz und zumindest kurzfristige Erholung an. Die Notierungen drehen sich zum Wochenstart aus dem roten Bereich und konnten an den festen Freitag anknüpfen, an dem sie nach Short-Abdeckungen 8 Prozent zugelegt hatten. Brent Crudöl notierte 1,76 US-$/Barrel fester und steigt wieder auf 54,75 US-$/Barrel. WTI macht 1,33 US-$/Barrel an Boden gut. Die stark rückläufige Zahl der Ölbohrungen in den USA lässt schon in Kürze einen Rückgang der US-Ölproduktion erwarten. Nach Ansicht der Commerzbank scheint die Strategie der Opec aufzugehen, mit niedrigen Preisen die US-Schieferölproduktion aus dem Markt zu drängen. Angesichts der erheblichen Überproduktion sei der Preisanstieg allerdings übertrieben, meinen die Analysten der Bank. (St)
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