Märkte am Morgen: Ölsaaten

Rohöl setzt die Talfahrt fort

Sojakomplex: Die Sojabohnen beenden die Woche mit den höchsten Verlusten seit Monaten. Alle Termine bis zur neuen Ernte schlossen 7,4 Cent/bushel schwächer. Der Januar fiel auf 8,71 US-$/bushel und hat im Wochenverlauf 36 Cent/bushel verloren. Die  Sojaschrotnotierungen konnten sich dagegen knapp behaupten und profitierten von schwächeren Sojaölnotierungen. Unterschwellig drückt die Erwartung an ein künftiges großes Sojabohnenangebotes Argentinien weiter auf die Stimmung.
 
Das USDA erwartet für das Frühjahr 2016 einen Rückgang der US-Sojabohnenfläche um 1,2 Mio. acres auf 82 Mio. acres. Das US-Analystenhaus Informa ging zuletzt noch von  85,2 Mio. acres und einer Anbauausdehnung aus.
 
In Brasilien hat die Conab eine optimistische Schätzung für die kommende Sojabohnenernte gewagt. Die brasilianischen Agrar-Behörden rechnen mit einer Ernte von 102,5 Mio. t und haben ihre vorangegangen Schätzung um 500.000 t angehoben. Die gängigen Zahlen für Brasilien bewegen sich inzwischen um die 100 Mio. t oder etwas darüber. Den Ausreißer nach unten setzte zuletzt das Hamburger Analystenhaus Oilworld mit einer Prognose von 95 Mio. t.  
 
Raps: An der Matif setzten sich bei lebhaften Umsätzen mit Plus und Minus zum Börsenende wieder rote Vorzeichen durch. Der Februar verlor 1,25 €/t und fiel auf 372,50 €/t. Das sehr schwache Rohöl und rückläufige Sojabohnenkurse dürften den Rahmen gesetzt haben.
 
Die festen Vorgaben vom Palmöl brachten dagegen allenfalls kurzfristige Impulse. Heute Morgen geben die Palmölnotierungen allerdings wieder ein Teil ihrer kräftigen Freitagsgewinne ab. In Winnipeg knüpfte Canola dagegen an die Gewinne des Vortags an und hielt sich mit 476 Can-$/t oberhalb der Stützungslinie.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen setzten ihre Talfahrt fort. Brent fiel nach einem kräftigen Minus von 1,80 US-$ auf unter 38 US-$/Barrel. Die WTI-Kurse sanken zwischenzeitlich fast auf 35 US-$/Barrel und auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren. Der Monatsbericht der Opec, die im November ihre Rohölproduktion auf ein Dreijahreshoch ausweitete, zeigte Nachwirkungen. Die internationale Energieagentur geht inzwischen davon aus, dass die Überschussproduktion am globalen Rohölmarkt mindestens bis zum Ende 2016 anhalten wird. (St) 
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