Märkte am Morgen: Ölsaaten

Rohöl sinkt unter 100-Dollar-Marke

Sojakomplex: Minustemperaturen in den Anbaugebieten bewahren Sojabohnen und –schrot vor größeren Kursverlusten. Allerdings sind die Sorgen nicht so groß, dass es dazu kommen könnten, einen Kursanstieg zu bewirken. In Chicago gaben die Sojabohnen am neuen Frontmonat Dezember um rund 13 Cent/bushel nach. Das Sojaschrot für Oktober notierte mit 353 cts/bushel nahezu unverändert.

Raps: An der Matif gibt Raps am zur neuen Woche weiter nach. Die gute europäische Ernte gibt keinen Anlass, die Kurse nach oben zu setzen. Am Ende stehen 324,50 €/t auf der Anzeigentafel ohne Hoffnung, dass sich der Rapspreis aktuell noch erholt. An der Börse in Winnipeg hat Schnee im Bundesstaat Alberta und die Vorhersage von weiteren Frösten die Notierungen von Canola-Raps unterstützt. Der Rückgang um 5 auf 413,30 cts/Scheffel ist moderat.

Rohöl: Im Verlauf des gestrigen Montag zeigte sich der Ölpreis unbeeindruckt der Krise in der Ost-Ukraine. Auch eine drohende Verschärfung der bisherigen Wirtschaftssanktionen, die die EU ankündigte, wirkte sich nicht aus. Im Gegenteil. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent ist am Montag erstmals seit Juni 2013 unter die Marke von 100 US-$ gefallen.

Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) Brent zur Lieferung im Oktober 99,70 US-$. Ein Barrel der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank auf 91,95 US-$. Analysten der Commerzbank wollen nicht ausschließen, dass nach dem Fall der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-$, der Preis weiter sinken könnte.

Auch der starke US-$ gegenüber dem Euro wird als Grund für den Kursrückgang genannt. Die erneute Zinssenkung des Euro durch die europäische Zentralbank in der vergangenen Woche dürfte dazu beigetragen haben.

Abzuwarten bleibt, wie sich die von den EU-Staaten angekündigten Sanktionen gegenüber Russland auswirken. Erstmals stehen Erdölunternehmen wie eine Gazprom-Tochtergesellschaft, Transneft sowie Rosneft auf der Liste. Auf dem Plan stehen Kontensperrungen und Einreiseverbote. Gasfirmen sind ausgenommen.

Allerdings haben sich die EU-Staaten am späten Montag abend darauf geeinigt, den Beginn der Sanktionen zu verschieben. Es soll abgewartet werden, ob der vereinbarte Waffenstillstand zwischen der Ukraine und den Prorussischen Separatisten anhält. Zudem hatte Russland angekündigt, mit Überflugverboten zu reagieren. Sollte es angesichts geopolitischer Risiken zu Produktionsausfällen kommen, wollen Analysten der Commerzbank eine Stimmungsänderung auf den Märkten nicht ausschließen. (da)
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