Brennstoffmarkt

Rohölkurse erklimmen Jahreshoch

Die Zeit des billigen Heizöls scheint vorerst vorbei zu sein. Kurz vor dem Jahreswechsel steigen die Heizölpreise in Deutschland auf ein neues Jahreshoch. Tecson stellte am Freitag einen bundesweiten durchschnittlichen Heizölpreis von 60,6 ct/l fest. Seit dem Tiefststand Mitte Januar (37,9 ct/l) hat sich Heizöl damit um mehr als 50 Prozent verteuert. Auch der Diesel-Preis zieht zum Jahresende an. Im Bundesdurchschnitt kostete ein Liter fast 1,20 €, das waren rund 25 ct mehr als beim Preistief im Januar und Februar.

Jahresdurchschnittspreise
Der vom Hersteller von Tankmesssystemen Tecson ermittelte Heizölpreis wird von Wärme-Kontraktoren häufig als der Bezug für die Berechnung des Preises herangezogen.
 Jahr
 Heizölpreis
 2013 
 85,5 ct/l
 2014 
 77,9 ct/l
 2015 
 58,9 ct/l
 2016 
 49,2 ct/l*
*vorläufig
Im Jahresdurchschnitt lag der Heizölpreis laut Tecson bei 49,25 ct/l. Der Trend zu fallenden Preisen hält damit an (siehe Kasten), könnte sich 2017 aber umkehren. Denn die Opec und weitere wichtige Förderländer wie Russland hatten sich Anfang Dezember auf eine Drosselung der Produktion verständigt, die zum 1. Januar 2017 greifen soll. Der Ölpreis stieg seitdem um rund 10 US-$/B. Die Leitsorte Brent wurde heute Nachmittag mit 56,71 US-$/B auf einem neuen Ein-Jahres-Hoch gehandelt.

Die weitere Preisentwicklung wird davon abhängen, ob die Drosselung der Produktion tatsächlich umgesetzt wird. Bisher scheinen die Chancen dafür gut zu stehen. Das zu erwartende geringere Angebot ist in den aktuellen Kursen allerdings schon eigepreist. Deshalb könnte ein Scheitern der Bemühungen eine deutliche Preiskorrektur nach unten auslösen. (SB)
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