Märkte am Morgen: Ölsaaten

Rohölpreise stürzen erneut ab

Sojakomplex: In einem schwachem Umfeld der Finanz- und Aktienmärkte, weiter fallenden Rohölpreisen und der Aussicht auf eine große US-Sojabohnenfläche notierte der Sojakomplex rote Vorzeichen. Die März-Bohne fiel um 9,4 Cent/bushel auf 8,74 US-$/bushel. Sojaschrot verlor für die beiden vorderen Termine 1,50 US-$/short ton. Die Fonds stecken zudem Gewinne ein, denn die Bohnenkurse hatten sich im Vorfeld wieder auf den Höchststand seit vier Wochen hochgearbeitet.
 
Die Perspektiven für den Ölsaatenmarkt verheißen weiteren Druck. Die USA werden möglicherweise den Sojabohnenanbau auf einen neuen Rekord ausweiten. In Südamerika deuten sich trotz der etwas korrigierten Ernteschätzungen für Brasilien weiterhin Rekordernten ab. Die argentinischen Farmer haben zudem erst wenig von ihren riesigen Sojabohnenbeständen aus der alten Ernte vermarktet und lassen noch  größeren Druck erwarten.
 
Einziger Lichtblick ist die Nachfrage Chinas, denn die nationale Denkfabrik Chinas CNGOIC erwartet für die laufende Kampagne einen Importbedarf von 85 Mio. t Sojabohnen für China. Das USDA taxierte die Einfuhren zuletzt noch 4,5 Mio. t niedriger. Die steigende Importmenge resultiert in erster Linie auf einer stark steigenden  Nachfrage der Veredlungswirtschaft nach Sojaschrot, dem mit Abstand billigsten Proteinträger in Futtermitteln.
 
Raps: Der Rapskurse an der Matif verloren weiter Substanz. Der Februar gab 4,25 €/t nach und fiel durch technische Einflüsse auf 354,50 €/t. Der Februar-Kontrakt läuft Ende des Monats aus und es müssen noch umfangreiche Positionen glattgestellt werden. Aber auch die Folgetermine verloren 3,75 €/t. Die Aktivitäten an der Matif waren erneut äußerst lebhaft und ein Teil des Engagements wird von Februar in den Mai gerollt. Für den Mai haben die offenen Positionen seit Anfang der Vorwoche zwar um 8.000 Kontrakte zugenommen, doch sie erklären bei weitem nicht die äußerst lebhaften Handelsaktivitäten am Terminmarkt.
 
In Winnipeg korrigierten die Canolakurse ebenfalls nach unten. Der März fiel um 2,90 Can-$/t auf knapp 485 Can-$/t ab. Zusätzlich zum schwachen Sojamarkt kamen auch vom Palmöl gedrückte Impulse.
 
Palmöl: Die Palmölnotierungen gaben am Vortag wieder nach. Heute Morgen sind die Vorzeichen für Palmöl an der Börse in Malaysia ebenfalls rot.
 
Rohöl: Die Rohölpreise finden noch keinen  Halt. Die jüngste Prognose der internationale Energieagentur IEA sorgte für neuerlichen Druck. WTI verlor für Februar 1,91 US-$/Barrel und fiel auf 26,45 US-$/Barrel, der März notierte aber noch oberhalb von 28 US-$/Barrel. Brent Crudeöl verlor ebenfalls und notierte für März mit 27,88 US-$/Barrel. Nach Ansicht der IEA bleibt der Rohölmarkt bis mindestens Ende 2016 überversorgt und der Ölpreis könnte sogar noch tiefer fallen. (St) 
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