Weizenmarkt

Russische Exporte werden dünner

Auf höchstens 1,5 Mio. t werden voraussichtlich die russischen Getreideexporte im Januar schrumpfen, lauten Schätzungen der auf den Agrarsektor spezialisierten staatlichen Eisenbahngesellschaft Rusagrotrans. Noch im Dezember sollen bis zu 2,8 Mio. t verladen worden sein. Vor allem in der letzten Dezemberwoche, die in anderen Jahren äußerst ruhig verläuft, haben nach Angaben von Rusagrotrans die Exporte noch deutlich an Fahrt gewonnen.

Damit dürften sich die russischen Getreideexporte von Juli bis Dezember 2014 auf 21 Mio. t summieren, darunter gut 16 Mio. t Weizen. Die Exporte waren etwa ein Drittel umfangreicher als zum Jahreswechsel vor einem Jahr. Wegen dieses hohen Tempos waren internationale Marktbeobachter ursprünglich davon ausgegangen, dass Russland in der gesamten Saison 2014/15 zwischen 22 und 23 Mio. t Weizen exportieren wird. Doch diese Annahme ist überholt, seit die Moskauer Regierung beschlossen hat, ab Februar Exportzölle zu erheben.

Gesichert sein sollen jedoch nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters die russischen Weizenlieferungen nach Ägypten, die noch vor Weihnachten vereinbart worden sind. Die Einkaufsagentur GASC in Kairo hatte im Dezember in Russland 120.000 t Weizen für die Lieferung zwischen 11. und 20. Januar sowie weitere 60.000 t zum Termin 21. bis 31. Januar geordert. (db)
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