Weizenaussaat

Russische Landwirte düngen mehr

Den Löwenanteil an der russischen Aussaat nimmt traditionell Winterweizen ein.
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Den Löwenanteil an der russischen Aussaat nimmt traditionell Winterweizen ein.

Zur Herbstbestellung sind in Russland nach Angaben des Moskauer Agrarministeriums rund 17 Mio. ha ausgesät worden. Die Fläche ist etwa 6 Prozent größer als im Vorjahr. Details zu den Kulturen nennt das Ministerium nicht, aber den größten Umfang nimmt traditionell Winterweizen ein. Hinzu kommen erhebliche Flächen Sommerweizen, vor allem in Sibirien. Die gesamte russische Weizenfläche hat zur Ernte 2016 nach den Statistiken des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) rund 27 Mio. ha betragen und könnte zur Ernte 2017 weiter wachsen. Für die Wintersaaten sind bislang keine größeren Auswinterungsschäden bekannt geworden.

Rekordernte 2008 wird in den Schatten gestellt

Als Gründe für die Ausdehnung der Herbstbestellung nennt das Moskauer Büro des USDA die hohen Erlöse aus der Vermarktung der Ernte 2016. Die Weltmarktpreise sind zwar gedrückt. Aber die russischen Landwirte haben eine Rekordernte eingefahren. Das USDA geht zurzeit von 72,5 Mio. t Weizen aus. Im Vergleich zur bereits ansehnlichen Vorjahresernte sind es 19 Prozent mehr. Das bisherige Rekordergebnis aus dem Jahr 2008 wird um 14 Prozent übertroffen. Und nicht nur die Menge ist üppig, das USDA-Büro berichtet 2016 auch von ansehnlichen Qualitäten.

Düngemittelverbrauch geht nach oben

Da im Herbst 2016 zudem günstige Aussaatbedingungen vorhanden waren, haben die russischen Landwirte nach Beobachtung des USDA-Büros die Erlöse aus den Ernteverkäufen genutzt, um qualitativ hochwertiges Saatgut zu kaufen. Und der Staat hat auch noch mitgeholfen, berichten die Amerikaner weiter. Sie berufen sich auf Aussagen aus dem Moskauer Ministerium, dass 2016 für saisonale Feldarbeit 32 Prozent mehr Kredite geflossen sein sollen. Dabei handelt es sich um zinsgünstige Angebote der großen Banken, mit denen Landwirte zum einen das Leasing von Erntemaschinen und zum anderen den Kauf von Betriebsmitteln zwischenfinanzieren können. So registriert das Moskauer Agrarministerium für 2016, dass die Düngemittelverkäufe im Vergleich zu 2015 um 11 Prozent gestiegen sind. Dazu beigetragen haben, so die US-Marktexperten, ebenfalls die niedrigen Düngemittelpreise.

Platz 1 auf der Weltrangliste der Exportländer

Russland wird in der laufenden Saison 2016/17 die Weltrangliste der Weizenexportländer anführen. Das USDA schätzt Exporte von 29 Mio. t Weizen. Von Juli bis Dezember 2016 sind davon knapp 16 Mio. t verschifft worden. Wichtigste Absatzmärkte für russischen Weizen sind Ägypten, die Türkei und Bangladesch. (db)
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